Smoke City: Band 1 Hot

Nico Steckelberg   23. November 2011  
Smoke City: Band 1

Comic-Tipp

Zeichnungen / Paintings
Verlag
Anzahl Seiten
48
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Rückentext

Nach einigen Jahren Pause formiert sich eine Verbrecherbande erneut, um einen fetten Coup durchzuführen: Die Gauner sollen für ihren Auftraggeber eine Mumie aus einem gut bewachten Museum stehlen. Doch niemand von ihnen ahnt, was sich hinter diesem Job tatsächlich verbirgt und dass sich ein Verräter in ihren Reihen befindet. Und zu allem Überfluss erwacht auch noch die Mumie zu neuem Leben!

Vor dem Hintergrund einer atemberaubend inszenierten Noir-Stadt beginnt ein düsterer Mystery-Thriller mit allem, was dazu gehört. Coole Typen, schöne Frauen, geheimnisvolle Fremde, Blei, Blut… und Tomatenketchup.

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
6,0
Atmosphäre 
 
9,0
Zeichnungen 
 
9,0
Kolorierung 
 
10,0
Gesamtwertung 
 
8,5

Smoke City Teil 1 ist die Geschichte eines ehemaligen Spezialistenteams für nicht ganz legale Fälle. Nachdem sich das Team vor einigen Jahren nach einem schief gegangenen Coup zerschlagen hat, erhält die aufreizende Carmen – die einzige Frau in der Gruppe – ein nicht auszuschlagendes Jobangebot. Ihr Auftraggeber besteht darauf, dass das Team in der exakten Besetzung von damals eine Mumie aus dem Museum stiehlt. Und so versucht Carmen mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln das alte Team zusammen zu trommeln. Und das ist alles andere als einfach.

Der erste Teil von Smoke City endet mit einem Knalleffekt nach dem Einbruch. Die Story besteht bis dahin aus der Darstellung der Rekrutierung bzw. Befreiung der Teammitglieder. Ich habe mich dabei ein wenig an Guy-Ritchie- oder Quentin-Tarrantino-Filme erinnert gefühlt, da jeder Charakter sein eigenes Kapitel erhält. Martial Arts und tatkräftige Argumente fehlen auch nicht. Die Darstellung von Smoke City hat ein eindeutiges Film-Noir-Flair. Die Mischung aus moderner und altmodischer Technik sowie einer Kleidung, die in etwa den 1930er- bis 1950er-Jahren entspricht, erinnert an Jean-Pierre Jeunets ältere Filme.

Leider dümpelt die Geschichte durch das immer gleiche Muster während der Rekrutierung ein wenig vor sich hin, ohne dass man als Leser den Eindruck gewinnt, dass hier wirklich etwas passieren würde. Wir erfahren mehr über den Auftraggeber, jedoch nicht über dessen wahren Motive. Das hält die Story dann doch ein wenig spannend. Der eigentliche Reiz entsteht erst auf den letzten zwei Seiten, als ein Geheimnis gelüftet wird, das das bisher geschehene in einem anderen Licht dastehen lässt.

Die Story und der Text stammen von Benjamin Carré und Mathieu Mariolle, die Zeichnungen von Benjamin Carré. Letztere sind teilweise fotorealistisch, fast als habe man die gesamte Story auf Fotos festgehalten und danach im Comicstil colorisiert. Das ist schon ein echter Hingucker!

Ich bin gespannt auf den zweiten Teil. Für sich allein betrachtet hat mich Smoke City Teil 1 optisch überzeugt, inhaltlich auf Grund des geringen Tempos bei einer vergleichsweise dünnen Story aber noch nicht. Atmosphärisch hingegen ist es ganz weit vorn.

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