Das Wolkenvolk: Lanze und Licht

Das Wolkenvolk: Lanze und Licht Hot

Nico Steckelberg   18. September 2011  
Das Wolkenvolk: Lanze und Licht

Comic-Tipp

Autor(en) / Hrsg.
Zeichnungen / Paintings
Verlag
Anzahl Seiten
136
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Rückentext

Mondkind wurde vom Aether ausgesandt, um die letzten Unsterblichen zu vernichten, aber bedeutet deren Tod wirklich den Untergang der Welt? Oder gibt es ein älteres, dunkleres Geheimnis in den Tiefen der Berge? Nur die Drachen kennen die Antwort, doch sie sind verschollen.

Niccolo weiß, dass er Mondkind töten muss, um das Wolkenvolk und ganz China zu retten. Aber wie kann er gegen das Mädchen kämpfen, das er mehr liebt als sein Leben?

Fliegende Schwertkämpfer, mächtige Drachen und unsterbliche Magie im alten China. Die atemberaubende Comicadaption des Bestsellsers von Kai Meyer.

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
10,0
Atmosphäre 
 
10,0
Zeichnungen 
 
9,0
Kolorierung 
 
10,0
Gesamtwertung 
 
9,8

Das Wolkenvolk steht vor dem Untergang: Ihre besiedelte Wolkeninsel droht abzustürzen. Die Aetherpumpen fördern den zwingend erforderlichen Aether nicht mehr. Niccolo Spini, ein Waisenjunge, wird auf Grund seiner Sprachkenntnisse auserkoren, zu dem fremden Land hinab zu steigen, über dem die Wolkeninsel bedrohlich immer tiefer zu sinken droht: China.

Im ersten Teil von Kai Meyers Wolkenvolk-Trilogie trifft Niccolo bereits auf viele Weggefährten und ebenso viele Widersacher. Wisperwind beispielsweise, die beinahe fliegend über die Baumwipfel zu springen vermag und ihn so vor den Raunen, bösen Baumgeistern, rettet. Doch Niccolos Volk lässt sich so schnell nicht retten. Denn hierfür ist es zwingend erforderlich, einen Drachen zu finden. Drachen atmen Aether aus. Doch der Aether ist mehr als nur ein Rohstoff, er ist eine lebende, denkende Existenz, der es nach großer Macht dürstet. Niccolo kämpft zudem mit seinen Gefühlen. Die halbmenschliche, halbgöttliche Mondkind hat von seinem Chi gekostet und seither sind ihre Herzen untrennbar miteinander verbunden. Aber Mondkind ist eine Mörderin und ein Instrument des Aethers. Gleichzeitig kämpft Nugua, das Mädchen, das von den Drachen aufgezogen wurde, gegen den Fluch der „purpurnen Hand“ der sich wie eine Faust um ihr Herz zu schließen droht. Das Herz, das eigentlich für Niccolo schlägt.

Der zweite Teil der Trilogie beginnt auf dem Drachenfriedhof, wo der Xian Li und Nugua eine Spur der verschwundenen Drachen zu finden hoffen. Sie treffen auf ein gigantisches Wächterwesen, den Seelenfresser. Für sein Wissen verlangt er ein großes Opfer. Wisperwind und Feiquing, der Mann, der in seinem Drachenkostüm festgewachsen ist und kein Gedächtnis mehr hat, kämpfen auf ihrem gemeinsamen Weg gegen die Raunen und Niccolo lässt sich vom Xian Tieguai in den Künsten des Tao unterweisen. Schwertkampf, Kranichflug, mentale Stärke. Dann findet Mondkind ein weiteres Opfer… doch diesmal folgt Niccolo ihr und stellt sie zur Rede.

Kai Meyers Wolkenvolk-Trilogie darf man inzwischen als Buch, Hörbuch und Hörspiel genießen. Den ersten Teil, „Seide und Schwert“, hatte der Splitter-Verlag bereits als Comic veröffentlich. Nun erscheint endlich auch Teil 2 der Trilogie – „Lanze und Licht“ – als Comicadaption. Die Story liefert Kai Meyers Romanvorlage, Yann Krehl bringt sie gekonnt in eine gekürzte Comic-Fassung. Dirk Schulzs Zeichnungen passen hervorragend zur Vorlage. Die Stimmung wird 100%ig eingefangen.

Dabei gefällt mir die Kolorierung des neuen Bandes viel besser als noch beim ersten Teil. Die Übergänge sind sanfter, der Gesamteindruck der Seiten ist viel runder und detaillierter. Die Schatten werden feiner eingefangen. Eine schöne Steigerung!

Wie bereits beim ersten Teil gibt es von „Lanze und Licht“ zwei Varianten. Entweder kann sich der Leser auf zwei großformatige Bände freuen (mit den Titeln „Drachenfriedhof“ und „Himmelsberge“), die im Format 230 x 320 mm gedruckt wurden. Oder aber er entscheidet sich für die kleinere, aber dickere Variante: Das Buch, das beide Kapitel vereint und somit den gesamten 2. Roman der Trilogie auch in einem einzelnen Comicbuch vereint. Das dann allerdings im Format 176 x 246 mm, was der Lesefreude jedoch keinen Abbruch tut. Letztere Variante liegt mir zu Rezensionszwecken vor. Zusatzinformationen, wie beispielsweise ein Interview mit Yann Krehl zu seiner Vorgehensweise und Abstimmung mit Ralf Schlüter oder Infos zum Charakter-Design, Alternative Covervorschläge, Skizzen und Einblicke in die Colorierungsweise runden den hervorragenden Gesamteindruck ab.

Tolle Story, toller Comic! Nichts auszusetzen! Freuen wir uns einfach auf Band 3: „Drache und Diamant“.

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