Magere Jahre. Wie ich meine Essstörung überwand. Mit Expertentipps.

Magere Jahre. Wie ich meine Essstörung überwand. Mit Expertentipps.

Astrid Daniels   28. Oktober 2017  
Magere Jahre. Wie ich meine Essstörung überwand. Mit Expertentipps.

Buch-Tipp

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Anzahl Seiten
184
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Rückentext

Mit 13 Jahren beginnt Nicole Knörr, immer weniger zu essen. Sind es zunächst immer dünner werdende Brotkrumen oder einzelne Löffel Joghurt, nimmt sie mit Fortschreiten ihrer Magersucht täglich nur noch 300 ml fettfreie Bouillon zu sich. Damit kann man nicht überleben. Als ihre Körpertemperatur auf unter 34 Grad sinkt und sie nichts mehr spürt als innere Knochenkälte, wird sie notfallmäßig in eine Klinik eingeliefert. Ein Tag später hätte zu spät sein können. Doch die heute Zwanzigjährige ist eine Kämpferin. Sie überwindet ihre Krankheit und mehrere Rückschläge und will heute Psychiaterin werden, um anderen Betroffenen zu helfen. In unter die Haut gehenden Szenen und Erzählpassagen vermittelt sie dem Leser, was im Kopf einer Magersüchtigen vor sich geht und warum es so schwer ist, »einfach wieder zu essen«. Die Psychologin Sylke Aust ergänzt die Texte mit fundierten Expertentipps für Betroffene und Angehörige.

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
7,0
Atmosphäre 
 
8,0
Aufmachung 
 
7,0
Gesamtwertung 
 
7,3

„Magere Jahre“ schildert die Magersucht einer jungen Frau mit all ihren Facetten. Ihre eigene Hilflosigkeit bis hin zur Ohnmacht und ausbleibenden Reaktion des Umfeldes.
 
Es gelingt Nicole Knörr sehr gut das Ausmaß, den Einfluss und den Irrsinn der Krankheit zu beschreiben. Lange Zeit bleibt die Krankheit von ihrem Umfeld unbemerkt, da sie diese sehr gut zu verstecken weiß. Sogar in der Psychiatrie führt sie ihr Umfeld hinters Licht und wird nur scheinbar „geheilt“ entlassen. 
 
Was der Autorin letztendlich half sich selber zu heilen, wird dem Leser nicht vollends klar. Es wird jedoch ein sehr gutes Bild der wirren oder irren Gedanken, die die Betroffenen einer Eßstörung haben, gezeichnet. Anfang und Ende der Krankheit bleiben ein wenig im Dunkeln, so dass der Titel nur teilweise zum Inhalt des Buches passt. Dennoch zeichnet Nicole Knörr ein sehr gutes und unverblümtes Bild der Krankheit, deren Ausmaß dem ein oder anderen vor der Lektüre wahrscheinlich nicht klar gewesen ist. 
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