Karl May - Märchen und Visionen

Karl May - Märchen und Visionen Hot

Michael Brinkschulte   30. September 2018  
Karl May - Märchen und Visionen

Buch-Tipp

Anzahl Seiten
192
Erscheinungsjahr
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Rückentext

Karl May (1842-1912), der „Großmystiker der deutschen Literatur“ (Arno Schmidt), definierte sich in seiner späten, symbolistischen Schaffensperiode als ‚Märchenerzähler‘. So finden sich in seinen weniger bekannten Spätwerken eine Fülle von teils gleichnishaften, teils visionären Geschichten, die von May als ‚Märchen‘ oder ‚Sagen‘ charakterisiert wurden. Eine Auswahl dieser bildhaften, wuchtigen Texte tritt in ‚Märchen und Visionen‘ in einen künstlerischen Dialog mit Fotografien von Timm Stütz (*1938), einem internationale bekannten Fotografen, ausgezeichnet mit dem Titel ‚Excellcence‘ der Federation Internationale de l`Art Photographique.

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
8,0
Atmosphäre 
 
9,0
Aufmachung 
 
10,0
Gesamtwertung 
 
9,0

Schon das Coverbild zeigt, was Fotograf Timm Stütz mit der Kamera vermag: Stimmungen einfangen und erzeugen. Kombiniert mit den Texten Karl Mays, die von Harmut Wörner ausgewählt wurden, der auch die Einleitung verfasst hat, ergibt sich ein sehr eindringliches Buch.
Anschließend an Wörners Einleitenden Text mit dem Titel ‚Zum Verständnis‘, finden sich elf Texte unterschiedlicher Länge Karl Mays, die unterschiedlichen Werken entnommen wurden. Diese werden mit den beigefügten Fotos ergänzend in Szene gesetzt. Mal mystisch verklärt, mal als direkte Verbildlichung inhaltlicher Aspekte in Gestalt von Personen oder Auszügen aus der Natur und dann wieder als Übertragung in die heutige Zeit wie beim Bild auf Seite 80-81 mit dem Untertitel „Es war ein Bild der Eintracht und des Friedens“. Die Herauslösung der einzelnen Texte aus dem Gesamtzusammenhang des jeweiligen Buches erweist sich weitgehend als unproblematisch, doch ergeben sich partielle Probleme, da die Anknüpfung an die Rahmenhandlung fehlt. Insgesamt stellt dies jedoch nur eine kleine Randerscheinung dar.
 
Karl Mays Texte wirken für sich, werden aber durch die eingebundenen Fotos nochmals in ihrer Atmosphäre verstärkt. 
Ein Buch das nachwirkt und nicht nur Karl May Leser in seinen Bann schlägt.
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