Briefwechsel mit Sascha Schneider

Briefwechsel mit Sascha Schneider Hot

Michael Brinkschulte   16. Oktober 2009  
Briefwechsel mit Sascha Schneider

Rückentext

Die Bände der grünen Reihe des Karl May Verlages haben keine Rückentexte, daher folgt hier die Inhaltsangabe aus dem Pressetext:

„Der deutsche Michel Angelo“ – so rühmte Karl May seinen Freund, den Maler, Zeichner und Bildhauer Sascha Schneider (1870 – 1927). Dessen Werke erschienen dem Autor wie eine Visualisierung eigener innerer Konflikte, umgekehrt war Schneider von den Heldentaten der Mayschen Kraftmenschen, dem archetypischen Kampf zwischen Gut und Böse fasziniert und schreibt: „May wird unsere Zeit überdauern und noch eine andere Zeit dazu.“
So entzündete sich schon beim ersten Treffen ein inspirierter Dialog zweier in ihren künstlerischen Ansichten und Weltanschauungen zwar sehr verschiedener, aber dennoch seelenverwandter Persönlichkeiten. Im Briefwechsel wird die tiefe Bedeutung der Freundschaft beider Künstler deutlich.
Der reichhaltige Briefbestand zwischen May und Schneider wurde von Hartmut Vollmer und Hans-Dieter Steinmetz sachkundig kommentiert. Rund 100 Faksimiles und Abbildungen – darunter alle von Schneider gestalteten symbolischen Karl-May-Titelbilder – lockern den Band zusätzlich auf.

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
10,0
Atmosphäre 
 
9,0
Aufmachung 
 
9,0
Gesamtwertung 
 
9,3

Karl May hat zu Lebzeiten vielfältige Geschichten, Romane und, wie schon in den Bänden 91 und 92 der gesammelten Werke zu erkennen, Briefe verfasst. Eingeleitet von einem umfangreichen Vorwort von Hartmut Vollmer sind in diesem Band die Korrespondenzen von Karl May mit Sascha Schneider aus den Jahren 1903 bis 1910, sowie von Sascha Schneider und Klara May von 1912 bis 1927 nach Karl Mays Tod, chronologisch aufgeführt. Ergänzend finden sich zu Mays Lebzeiten weitere Briefe von May an verschiedene weitere Personen, wie Friedrich Ernst Fehsenfeld, zudem auch Schriftstücke von Schneider an Mays Frau. Ein ausführlicher Anhang mit Texten zu Schneiders Zeichnungen, Literaturverweisen und weiterem Material runden das Bild ab.

Karl May und Sascha Schneider verband eine besondere Freundschaft, die in den Briefen ihre Spuren hinterlassen hat. Der Altersunterschied von 28 Jahren hat dabei keinen Einfluss, scheint sogar eine besondere Grundlage zu sein. Die Korrespondenz startet eher unscheinbar mit kurzen Briefen, die auf einen Besuch Mays in Schneiders Atelier und der Zusendung eines mit Widmung versehenen Buches Bezug nehmen. Die Briefe gehen zuerst weitgehend von Schneider aus. Nach und nach entwickelt sich ein immer tiefgründigerer Briefwechsel, der auch hinsichtlich der Anrede immer deutlicher werden lässt, welche Freundschaft sich hier entwickelt. Erkennbar schon im 1904 von May für Schneider geschriebenen Gedicht.
Nach Mays Tod bricht die Freundschaft nicht ab, vielmehr gestaltet Schneider Mays Grabmal, welches auch als Bild im Buch zu finden ist, und schrieb ausgiebig mit May Witwe.

Dieses Buch bietet auf über 540 Seiten tiefe Einblicke in eine besondere Freundschaft und zugleich in das künstlerische Werk des Malers, Zeichners und Bildhauers Sascha Schneider.
Fotos von May und Schneider und Abdrucke der Bilder runden das Bild perfekt ab. Schade nur, dass die gemalten Bilder nur in schwarz/weiß abgedruckt wurden. Farbige Abbildungen bzw. Fotos der von Schneider geschaffenen Grabmale, Mosaiken und Bilder hätten die Leser sicherlich noch mehr begeistert.

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