Magnolia           Hot

Alina Jensch   02. Oktober 2014  
Magnolia

Musik

Interpret/Band
Veröffentlichungs- Datum
19. September 2014
Format
CD
Anzahl Medien
1
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Hörspiegel-Meinung

Gesamtwertung 
 
10,0

Hier ist es nun also, das zehnte Album von The Pineapple Thief, mit dem die Band um Bruce Soord versucht musikalisch neue Wege jenseits des für sie bekannten Prog Rock zu beschreiten. Im Vorfeld hatte es schon geheißen, dass dieses Album zugänglicher und einfach anders sein würde und man sich gut vorstellen könne, The Pineapple Thief damit einem breiteren Publikum nahezubringen. Um das Ergebnis direkt vorwegzunehmen: In der Tat ist dem so und ja, es ist gelungen!

"Magnolia" umfasst 12 starke Stücke, die den altbewährten Prog zwar durchaus noch erkennen lassen, aber eben auch an etwas massentauglicheren Rock à la Muse erinnern. Die Stücke bleiben im Ohr hängen und man ertappt sich schnell beim Mitwippen. Schon während der Besprechung zeigte sich mir, dass dieses Album auch bei Leuten gut ankommt, die mit The Pineapple Thief bisher wenig bis gar nichts anfangen konnten.
Aber bevor wir uns falsch verstehen: Auch wenn sich auf "Magnolia" der ein oder andere hitverdächtige Song versteckt, ist es keine Radiomusik, die inhaltslos vor sich hin plätschert.

Die Stücke sind durchweg emotional und trotz einer gewissen Beschwingtheit recht ernst und düster. Besonders die etwas langsameren Stücke wie "Don't Tell Me", "Coming Home" oder das geradezu epische "From Me" sind ansteckend melancholisch und bringen durch den gekonnten Einsatz von Klavier und Streichern viel Abwechslung auf die Scheibe.
Aber auch die rockigen, schnelleren Stücke – wie etwa "Simple As That", "Alone At Sea" oder "Breathe" – wissen zu begeistern und das nicht zuletzt dank des wirklich spannenden Songwritings. Im mitgelieferten Pressetext wird Bruce Soord zitiert, er habe diesmal einfach nur gute, mitreißende Songs schreiben wollen, die unabhängig von Genre und sonstigem bei den Hörern hängen bleiben – und so banal diese Aussage auch klingen mag, genau das ist ihm geglückt.

Alle 12 Stücke sind wirklich gut und packend, hier wurde keins als Füllmaterial mit aufgenommen und auch klanglich ist nicht zu überhören, dass keine Mühen gescheut wurden.

Ob The Pineapple Thief mit "Magnolia" der Durchbruch zu einem größeren Publikum gelingen wird ist natürlich schwer vorherzusehen, ein definitives Must Listen ist "Magnolia" aber allemal!

Anspieltipps: The One You Left To Die, Alone At Sea, Magnolia

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