VII Hot

Nico Steckelberg   07. Dezember 2014  
VII

Musik

Interpret/Band
Label
Format
CD
Anzahl Medien
1
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Hörspiegel-Meinung

Gesamtwertung 
 
8,0

Diese neue Platte heißt schlicht „VII“. Eine Tatsache die vermuten lässt, dass die Mittelalter-Electro-Formation Qntal wieder auf altbekannten Pfaden unterwegs ist. Und in der Tat – hört man Sigrid „Syrah“ Hausens Stimme, so scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Und doch geht die Formation mit ihrem siebten Studioalbum neue Wege. Im Lineup hat sich einiges getan: Syrah und Michael Popp, der harte Kern der Band, sind nunmehr die treibenden Kräfte hinter Qntal. Insbesondere Popp nimmt einen wesentlich stärkeren Part ein als früher. Denn wo sich anfangs Ernst Horn bzw. ab 2002 Fil Groth um Elektronik und Produktion kümmerten, haben sich die Karten neu gemischt. Seit 2014 ist nunmehr Michael Popp der Hauptsongwriter hinter Qntal. Produziert wurde das Album von Leon Rodt.

Die neuen Songs klingen recht frisch und absolut tanzbar. Und wenngleich ich einige der avant-gardistischen Soundtüfteleien von früher vermisse, ist die Mischung aus Sound, mittelalterlichen Texten und Electro einfach unverkennbar. Neben Syrah ist nun auch Mariko (aka Sarah Newman, Ex-Unto Ashes) festes Mitglied von Qntal. Die US-amerikanische Sängerin ist schon lange ein Teil der Musikerfamilie um Qntal, VocaMe, Estampie und Co. Michael Popp selbst lässt es sich ebenfalls nicht nehmen, einige Vocals beizusteuern, was den Songs gut tut und eine gewisse Abwechslung liefert.

Die Live-Zusammenarbeit mit dem deutschen Fantasy-Autor Markus Heitz hat es ebenfalls in Form eines Stücks auf dieses Album geschafft, das Heitz eigens für Qntal getextet hat.

Qntal VII erreicht nicht durchgehend die Aufmerksamkeit erregende Kantigkeit der frühen Alben, den klanglichen roten Faden eines Qntal III oder die melodiöse Finesse eines „Translucida“-Albums. Dennoch finden sich viele schöne Momente, die mal an die klassischen Qntal erinnern und dann wiederum an Loreena McKennitt oder andere World-Music-Artists, und das Ganze im Dunkle-Szene-Tanzgewand. Ein Album, das insbesondere dann aufblüht, wenn die Mittelalterlichen Instrumente besonders stark zu Geltung kommen und damit den größtmöglichen Kontrast zu den synthetischen Beats bilden.

Anspieltipps: „Rossignolet“, „Flame Amoureuse“ und „Frühlingslied“.

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