Ja, sehr gern! Gemachte Erfahrungen

Ja, sehr gern! Gemachte Erfahrungen Hot

Michael Brinkschulte   24. Juli 2019  
Ja, sehr gern! Gemachte Erfahrungen

Musik

Interpret/Band
Format
  • CD
  • DVD
Anzahl Medien
2
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Hörspiegel-Meinung

Gesamtwertung 
 
10,0

Wenn eine Band sich daran begibt nicht nur ein Live-Album zu präsentieren, sondern diesem ein besonderes Gewand zu geben, ist das in Zeiten von Downloads eine größeres Unterfangen. Größer ist es dann auch bei Nobody Knows geworden, denn die Folk-Formation hat sich nicht damit begnügt eine Live CD einzuspielen und diese auch als DVD zu veröffentlichen. Das wäre dann wieder zu normal. 
Nobody Knows haben sich gleich das Sinn-Phonie-Orchester der Musik- und Kunstschule Stendal und den Chor des „Theater der Altmark“ mit ins Boot geholt, um dieses Live-Album einzuspielen. Das gemeinsam gespielte Doppelkonzert an zwei aufeinander folgenden Tagen im September 2018 wurde dann mitgeschnitten und auf Ton- und Bildträger gebannt. Beide kommen in einem gebundenen Büchlein daher, das, zusätzlich zu CD (72 Minuten Spielzeit) und DVD (rund 100 Minuten incl. Dokumentation),  noch 48 Seiten Dokumentation in Wort und Bild bietet.
 
Auf CD und DVD sind jeweils 19 Songs zu hören / zu sehen, die die Live-Atmosphäre der Band in Bestform transportieren und den Hörer / Zuschauer beeindrucken. Auf der DVD ist dann zudem noch eine über 20-minütige Dokumentation untergebracht, die das besondere Konzertprojekt in seiner Entstehung beleuchtet. Näheres dazu weiter unten.
 
Zum musikalischen Teil auf CD und DVD:
 
Musikalisch bieten Nobody Knows bekannte Hits aus eigener Feder und natürlich auch die von ihnen bekannten Lyrik-Vertonungen, ob Wilhelm Busch ‚Der Frosch‘ und  ‚Fünfter Streich‘ (mit hartem Einschlag), Walther von der Vogelweide oder Goethe. Beginnend mit ‚Bürgerlied‘ geht es direkt mit Druck los. Es folgen zum Tanzen auffordernde Songs wie ‚Schüttel Dich‘ oder ‚Po‘, die im weiteren Verlauf von ruhigeren Stücken wie ‚Der Mond ist aufgegangen‘ oder ‚Augen in der Großstadt‘ kontrastiert werden. 
Songs wie ‚Klugscheisserlied‘, ‚Hans, bleib da‘ und ‚Es waren drei Gesellen‘ steigern, unterbrochen von ruhigeren Stücken, die Party. Abgeschlossen wird die Live-Darbietung von den drei Lyrik-Vertonungen ‚Erlkönig‘, ‚Tandaradei‘ und ‚Heideröslein‘, die das Konzert trefflich abrunden.
Gerade die Erweiterung des Sets um das Orchester und den Chor bewirkt eine Neuausrichtung vieler Songs, die somit auch für jene, die die alten Veröffentlichungen der Band kennen oder diese bereits live erleben durften, Überraschungen bietet.
 
Zur DVD:
 
Das Menü der DVD bietet die Möglichkeit das komplette Konzert, die einzelnen Titel und die Dokumentation aufzurufen. Wählt man das Konzert, beginnt nach einem einleitenden Schwenk über die Lokation die mit verschiedenen Kameras und aus unterschiedlichen Perspektiven eingefangene Live-Darbietung. Diese kommt in bester Bild- und Tonqualität daher. Der Wechsel der Kameraperspektiven wirkt stimmig und gewährt Blicke auf die Band, das Orchester und den Chor sowie das Publikum. Letzteres muss sich arg zusammenreißen, um bei diesem bestuhlten Konzert nicht aufzuspringen und zu tanzen. Doch das tut der Stimmung keinen Abbruch, denn die Band interagiert mit dem Publikum, das sich durchweg mitreißen lässt. Die gute Stimmung wird damit auch auf den heimischen Bildschirm übertragen. 
 
Wählt man im Hauptmenü den Punkt der einzelnen Titel, werden zunächst die ersten zehn zur Wahl gestellt und man kann mit ‚weiter‘ auf die anderen Titel weiter springen. 
Wer im Hauptmenü die Wahl auf die Dokumentation fallen lässt, bekommt einen Blick auf die 18-jährige Geschichte von Nobody Knows und den Entstehungsprozess des Projektes kommentiert von Sänger Max Heckel. Die gute Stimmung, die trotz aller Anstrengung und Proben beim gesamten Team aus Band, Orchester, Chor und anderen Beteiligten herrscht, wird dabei genauso transportiert, wie die Herausforderungen an alle Beteiligten.
 
Fazit:
 
Mit dieser Produktion haben sich Nobody Knows selbst übertroffen und stellen ein Ergebnis vor, das von vielen noch so großen Bands aufgrund des hohen Aufwandes nicht einmal in Angriff genommen würde.
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