Frankenstein oder der moderne Prometheus

Frankenstein oder der moderne Prometheus

Michael Brinkschulte   06. Juli 2019  
Frankenstein oder der moderne Prometheus

Rückentext

Die Ikone des Horrors!
 
Bis heute gehört Frankensteins Monster, wie die Schriftstellerin Mary Shelley es ersonnen hat, zu den gruseligsten Gestalten des Schauerromans. Ein junger Forscher spielt Gott und erschafft aus Leichenteilen einen künstlichen Menschen, der er mit Elektrizität zum Leben erweckt. Doch die Kreatur beginnt zu morden …
Der Komponist Henrik Albrecht und das WDR Funkhausorchester hauchen dem Mythos neues musikalisches Leben ein: mit einem erzählerischen Sound, der die Darsteller als eigene Erzählstimme begleitet. Eine zeitlose Geschichte, die bis heute nicht von ihrer Spannung eingebüßt hat. Ein schauriges Hörspiel des WDR mit Dörthe Lyssewski und Patrick Güldenberg in den Hauptrollen.
 
„Der Urtypus des genialen, Grenzen überschreitenden, aber auch düsteren und scheiternden Wissenschaftlers.“ SWR

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
7,0
Atmosphäre 
 
6,0
Sprecher 
 
7,0
Soundtrack 
 
10,0
Aufmachung 
 
7,0
Gesamtwertung 
 
7,4

Wie ist das Hörspiel umgesetzt?
 
Mit rund eineinhalb Stunden Spielzeit ist diese Hörspielfassung aus der Feder von Leonhard Koppelmann mit viel Musik von Henrik Albrecht recht kurz angelegt, wenn man sich anschaut, wie lang andere Vertonungen des Stoffes angelegt sind. Die auf zwei CDs untergebrachte Umsetzung setzt auf die Stimmen von sieben Sprechern, die durch das WDR Funkhausorchester unter der Leitung von Vassilis Christopoulos unterstützt wird.
Die Einbindung des Orchesters ist zuweilen im Gegensatz zu den Stimmen der Sprecher recht laut, sodass ein deutlicher Kontrast aufgebaut wird, der den Hörer, je nach Art des Hörspielkonsums über eine Stereoanlage oder Kopfhörer, zum regelmäßigen Nachregulieren der Lautstärke bringt.
Die Gestaltung des Digipacks, in dem die CDs untergebracht sind, greift in seiner schlicht gehaltenen Art auf Fotos aus den Frankenstein-Verfilmungen zurück, die auch die CDs zieren.
 
 
Resümee:
 
Die Geschichte um Viktor Frankenstein und sein Monster stellt einen Klassiker dar, der schon oft für unterschiedliche Medien in Angriff genommen wurde. Auch Hörspiele sind mehrere dabei. Die vorliegende Umsetzung reduziert die Anzahl der Charaktere auf das Wesentliche und setzt dafür verstärkt auf die Schaffung von Atmosphäre durch die eingebundene musikalische Komponente. 
Das Hörspiel wird sehr stark auf die musikalische Ebene gehoben, was grundsätzlich nicht schlecht ist. Die Umsetzung überrascht dann jedoch dadurch, dass die Umsetzung doch eher wie eine inszenierte Lesung anmutet, werden doch weitgehend keine Spielszenen dargeboten, sondern unterschiedliche Erzählperspektiven, die durch die Musik und zurückhaltend eingebrachte Geräusche ergänzt werden. 
 
Das Gesamtergebnis hat seine Wirkung, doch irgendwie weiß mich diese Umsetzung nicht so zu begeistern, wie andere Hörspiele, die dem Stoff mehr Gruselatmosphäre einzuhauchen wissen. Diese musikalische Umsetzung ist wohl eher etwas für Freunde von Soundtracks.
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