... und die Providence-Verschwörung

... und die Providence-Verschwörung Hot

Nico Steckelberg   31. Oktober 2013  
... und die Providence-Verschwörung

Rückentext

Selbstverständlich begleitet Clara Bedfort ihren Freund Professor Portman, als dieser nach Jahren wieder einmal seine Cousine Kate besuchen will. Sie ist die stolze Besitzerin des "Providence Inn", eines traditionsreichen Hotels in bester Lage - im ruhigsten Viertel der Stadt. Doch mit der Ruhe ist es schnell vorbei, als eines Nachts mehrere Fensterscheiben im Hotel zu Bruch gehen. Und dies ist nur die Spitze des Eisbergs, denn in dem Viertel haben kurz zuvor bereits ein Laden und ein Auto gebrannt. Lady Bedfort ist sich sicher: Jemand terrorisiert und erpresst die Menschen der Umgebung. Und sie ahnt auch, weshalb die Polizei nichts unternimmt - weil sie möglicherweise selbst an den Erpressungen beteiligt ist…

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
9,0
Atmosphäre 
 
8,0
Sprecher 
 
8,0
Soundtrack 
 
8,0
Aufmachung 
 
7,0
Gesamtwertung 
 
8,0

Schutzgelderpressung – das ist etwas, das man in urbanen Vororten mit hoher Kriminalitätsrate vermuten würde. Nicht jedoch im beschaulichen Providence. Hier machen Clara Bedfort und ihr Freund Thomas Portman Urlaub. Allerdings sieht Urlaub bei den meisten Menschen auch anders aus. Denn wo es Erpressung und Gewalttaten gibt, da hilft Lady Bedfort, egal ob die Opfer es wollen oder nicht.

Yann Krehl legt hier eine Folge vor, die zunächst etwas altbacken wirkt. Ermittlungen im Urlaub um ein frisches Setting zu haben? Wie oft gab es das denn schon? Macht aber nichts, denn die Story ist vertrackt und spannend geschrieben. Bis zur großen Auflösung weiß man eigentlich weder, wer der oder die Täter sind, noch auf welche Weise Clara Bedfort sie zu überführen gedenkt. Schön!

Bei den Sprechern fehlte mir anfangs das „klassische“ Ermittlerduo Miller/Gomery. Aber der inneren Logik der Serie folgend können die beiden ja auch nicht überall sein. Margot Rothweiler in der Titelrolle agiert mir in dieser Folge etwas zu steif. Es gibt zwei, drei handfeste Action-Szenen. In einer beispielsweise werden sie und Portman mit einem Baseball-Schläger bedroht. Sie ist dabei jedoch die Ruhe selbst. Kein bisschen Panik, immer nur die gleiche „Ich habe alles im Griff“-Grundstimmung. Etwas mehr Dynamik brächte hier mehr Realismus. Und speziell diese Folge ist für ein dynamisches Schauspiel prädestiniert. Bert Franzke macht einen guten Job als Portman. Dürfte ruhig etwas bissiger sein, aber der Konterpart zu Clara ist dennoch gegeben. Ganz unglücklich empfand ich die Sprecherwahl von Philine Peters-Arnold als Cousine Kate, die einige Dialogszenen mit Margot Rothweiler hat. Ich kann die beiden Stimmen aber kaum auseinander halten. Hier hätte ich mich – obwohl Peters-Arnold ihre Sache gut macht, keine Frage, eher für eine andere Sprecherin entschieden. In einer weiteren Nebenrolle hören wir übrigens Gerald Paradies als Inspektor Henricks. Insgesamt ein gutes Sprecheraufgebot, wenngleich ich diesmal eher die Negativpunkte aufgezählt habe. Das waren einfach ein paar Auffälligkeiten, die sich aufgedrängt haben.

Der Soundtrack klingt frisch, was sicherlich an der neuen Orchester-Library liegt, die Dennis Rohling ab sofort in seinem Score einsetzt. Schön, denn jetzt klingen die Sounds deutlich stärker nach echten Instrumenten. Auch hier ein Verbesserungsvorschlag: Bei den Actionszenen ruhig auch mal Actionmusik einsetzen, mit Timpani, Spiccato-Strings und Becken. Das bei einem angezogenen Tempo wirkt manchmal Wunder.

Ich mochte die Folge recht gern. Inhaltlich super geschrieben, die Umsetzung hätte sich der Dynamik der Story besser anpassen können.

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