Janus Hot

Nico Steckelberg   14. Dezember 2015  
Mindnapping 18.jpg

Rückentext

New York. Die Wall Street wird von einem blutigen Amoklauf erschüttert, der zahlreiche Menschenleben fordert. Der Täter kann gefasst werden, doch sein Geisteszustand stellt für die Staatsanwaltschaft ein Problem dar. Jacob Anderson leidet unter einem Gehirntumor, der seine Persönlichkeit offenbar stark verändert hat. Ist der Wall Street-Killer also zurechnungsfähig oder nur ein Opfer seiner Krankheit? Kriminalpsychologin Sarah Black wird mit der Begutachtung des Falles betraut. Im Laufe ihrer Untersuchungen muss sie feststellen, dass Anderson ein Mann mit zwei Gesichtern ist – eiskalt und extrem gefährlich!

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
7,0
Atmosphäre 
 
9,0
Sprecher 
 
10,0
Soundtrack 
 
9,0
Aufmachung 
 
9,0
Gesamtwertung 
 
8,8

Mit tiefen Subbässen und den typischen Geräuschen einer Schusswaffe, die soeben mit Munition bestückt wird, startet „Janus“, die 18. Runde Mindnapping. Markus Topf, Autor der Erfolgsreihe „Mord in Serie“, liefert das Skript. Und es startet denkbar blutig! Ein Amok-Lauf in einer Bank. Der Täter, so stellt sich nachher heraus, ist erkrankt an einem Hirntumor, der offenbar sein Wesen verändert hat. Wir folgen dem Täter und den Polizeiermittlern bei den nächsten Schritten. Und natürlich endet alles ganz anders als man es am Anfang erwartet hätte.

Ich finde vor allem die Mischung aus bedrohlichem Soundtrack und dem eiskalten Killer ziemlich gelungen. Insbesondere die Eröffnungssequenz lässt dem Hörer das Blut in den Adern gefrieren, so ausweglos bedrückend erscheint die Situation. Erinnert mich ein wenig an die Eröffnungssequenz von „The Dark Knight“. Liegt vermutlich daran, dass Alex Turrek den kalten Killer mit feinem und fiesem Sinn für Ironie verdammt gut spielt. Das Ermittlerteam Lutz Riedel („Der alte Hase“) und Eva Michaelis harmoniert gut miteinander. Auch die Nebenrollen sind bestens besetzt mit Santiago Ziesmer, Helmut Krauss, Arianne Borbach und und und. Übrigens, die Rolle „Passant“ mit einem Hammer-Sprecher wie Till Hagen zu besetzen ist schon ziemlich lässig. ;)

Am Ende der Story – beinahe ein bisschen à la „Schweigen der Lämmer“ – wird man den Eindruck nicht los, dass „Janus“ ursprünglich als eine eigene Reihe von Markus Topf geplant gewesen sein könnte. Ich jedenfalls hätte nichts dagegen, wenn die Charaktere ein weiteres Mal bei Mindnapping auftauchen. Denn irgendwie wirkt diese Folge wie ein Auftakt und nicht wie eine Episode die hiermit für immer zu Ende erzählt ist. 
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