Goliath Hot

Nico Steckelberg   09. März 2014  
Goliath

Rückentext

Es waren nur wenige Minuten vergangen, seit wir die Verfolgung des verdächtigen Augustus Custodis aufgenommen hatten, und in meinem Kopf wimmelte es nur so von bohrenden Fragen: Wo würde uns der Kirchenmann hinführen? Wusste er, wo die entführte Franziska Marschall gefangen gehalten wurde? Und welcher Art war seine Beziehung zu den unheimlichen Mönchen und ihrem grausamen Anführer? Nach einer Weile gelangten wir zu einem Kloster, wo Amadeus und ich uns weiterhin an Custodis’ Fersen hefteten. Schließlich wurden wir Zeuge einer Unterhaltung mit weitreichenden Folgen. Es ging um eine Verschwörung im ganz großen Stil: Einer Verschwörung gegen die Wissenschaften, gegen das Gesetz – und gegen den Kaiser.

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
7,0
Atmosphäre 
 
9,0
Sprecher 
 
9,0
Soundtrack 
 
8,0
Aufmachung 
 
9,0
Gesamtwertung 
 
8,4

Die Story startet inmitten einer Verfolgungsjagd. Amadeus und Resch – zusammen mit einer ohnmächtigen Frau und einem abgetrennten Kopf im Gepäck – auf der Flucht vor den Häschern, die ihnen nach dem Leben trachten. Insbesondere in diesen Anfangsszenen zeigt sich der Witz der Serie, wenn es darum geht, über das Körpergewicht und die Handlichkeit von Frauen zu diskutieren, während sie im vollen Lauf entkommen.

Leider ist das auch schon eine der wenigen lustigen Szenen, wenn man einmal von dem Mozart’schen gegen Ende der Folge absieht. Schade, denn gerade der Wortwitz macht diese Reihe aus. Allerdings wird dafür die Storyline geschlossen, die mit der letzten Folge eröffnet wurde. Darüber hinaus gibt es ein wichtiges Gespräch mit einer noch wichtigeren Person (aus Spoilergründen vage ausgedrückt), die sicherlich für die nächsten Folgen interessante neue Möglichkeiten bieten dürfte. Auch ein neuer Feind scheint sich anzukündigen.

Der Soundtrack ist recht düster gehalten, was absolut stimmig zu der Folge passt. Wieder einmal fühlte ich mich von der Atmosphäre her an Kai Meyers „Grimm“-Romane erinnert.
An der Sprecherfront gibt es neben den tollen Dialogen zwischen Amadeus und seinem Freund Resch einen überaus bösen Peter Weis zu hören. Das steht ihm richtig gut! Was mit gefallen würde, wäre, wenn Jürgen Kluckerts Einleitungstexte etwas stärkeren Bezug zur Story hätten. So wirkt es mir persönlich zu stark wie eine Gabriel-Burns-Hommage, und das hat die sehr besondere und eigenständige Serie „Amadeus“ im Grunde nicht nötig. Kluckert ist allerdings ein toller Ich-Erzähler, insbesondere das Spiel als „ältere Variante“ von Kim Hasper finde ich gelungen.

Es hat leider vergleichsweise lang gedauert, bis Folge 7 erschien. Ich würde mich freuen, wenn die Serie uns noch lang erhalten bleibt, dann nehme ich gern auch längere Wartezeiten in Kauf.

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