Freelancer - 2.0: Todesjagd / 3.0: Todesspiel

Freelancer - 2.0: Todesjagd / 3.0: Todesspiel Hot

Nico Steckelberg   15. Januar 2017  
Freelancer - 2.0: Todesjagd / 3.0: Todesspiel

Rückentext

Mord in Serie (25):
Einst waren sie Spione im Dienst der Regierung.
Jetzt arbeiten sie als Söldner für den Meistbietenden. Sie sind - die FREELANCER.

Roland Voss und sein Team werden beauftragt, den verschwundenen Enthüllungsjournalisten Florian Bernard aufzuspüren.
Bei Recherchen über international agierende Schleuserbanden ist er offenbar dem gesuchten Kriegsverbrecher Zoran Vukov zu nahe gekommen. Dieser bietet seinem elitären Kundenkreis ein ganz besonderes Unterhaltungsprogramm. Als die „Freelancer“ in einen Hinterhalt geraten, werden die Jäger zu Gejagten.

Mindnapping (25):
Einst waren sie Spione im Dienst der Regierung. Jetzt arbeiten sie als Söldner für den Meistbietenden. Sie sind - die FREELANCER.
Die Spur eines weltweit operierenden Schleppernetzwerks führt Roland Voss und sein Team in die Vereinigten Staaten. Im Glücksspielparadies Las Vegas heften sie sich an die Fersen des Casinobesitzers Clifford Briggs, der im Hintergrund die Fäden ziehen soll. Doch die „Freelancer“ werden verraten und finden sich plötzlich in einem mörderischen Spiel wieder, das nur einen Gewinner kennt. Rien ne va plus!

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
9,0
Atmosphäre 
 
10,0
Sprecher 
 
10,0
Soundtrack 
 
9,0
Aufmachung 
 
9,0
Gesamtwertung 
 
9,4

„Ob Freelancer in Serie geht, entscheiden die Verkaufszahlen der ersten Folge.“ Das sagte Markus Topf am 21.06.2009, auf der Premiere der Pilotfolge einer möglichen neuen Hörspielserie namens „Freelancer“ (vgl. unser Hörspiegel-Bericht). Freelancer sei, so Markus Topf weiter, „eine Art modernes A-Team, aber viel ausgefeilter.“ Und tatsächlich war schon der Pilot ein echter Action-Kracher. Die Sprecher wussten zu überzeugen: Ekkehardt Belle, Claudia Lössl und Sascha Rotermund haben als schlagfertiges Guerilla-Team gegen kriminelle Organisationen eine gute Figur gemacht. Leider ging „Freelancer“ nie über die erste Episode hinaus, die Verkaufszahlen deckten den Fortbestand der Serie nicht.
 
In den sieben darauf folgenden Jahren ist nicht nur viel Wasser den Rhein hinab geflossen, sondern sehr viel hat sich getan auf dem Hörspielmarkt. Neue Labels und Serien haben sich etabliert. 
Da wäre zum einen Patrick Holtheuers Thriller-Serie Mindnapping, die schon in der Vergangenheit mit Serien-Revivals und Crossovern begeisterte (z. B. Offenbarung 23, Darkside Park oder Leon Kramer). Aber auch Markus Topf war seit dem Freelancer-Piloten nicht untätig und zählt seit einigen Jahren zu den aktivsten deutschen Hörspiel-Autoren im Kinder- und Thriller-Genre.
 
Und was läge da näher, das 25. Folgenjubiläum von Markus Topfs „Mord in Serie“ mit der 25. Folge von „Mindnapping“ zu kreuzen und zwar – jetzt kommt’s – mit einer brandneuen Doppelfolge von Freelancer? Klingt zu gut um wahr zu sein, ist aber so!
 
Ekkehard Belle, Claudia Lössl und Sascha Rotermund müssen wieder ran und die Welt retten, oder konkreter: Sie von einer kriminellen Organisation säubern, die international operiert und eine perverse Form des illegalen Glücksspiels etabliert hat. Da fliegen die Fetzen!
 
Und das darf man sich so vorstellen. Jede der beiden Serien bekommt jeweils die Hälfte des Scripts von Freelancer 2.0/3.0 („Todesjagd“/“Todesspiel“). Der Cast der Hauptrollen bleibt, doch alles was dann passiert, ist den jeweiligen Regisseuren der ursprünglichen Serien überlassen. 
 
Bei „Mord in Serie“ darf sich Christoph Piasecki austoben. Der Einstieg in den Fall ist dabei besonders gut gelungen, denn er erinnert tatsächlich auf sympathische Weise an das gute alte A-Team. Man erfährt von den Hintergründen, weshalb die Freelancer im Untergrund operieren müssen, und wird langsam in den Fall eingeführt. Das ganze mündet in einer heftigen Action-Sequenz im Stile eines Häuserkampfs. Großartig und nervenaufreibend gemacht. Die Musik von Konrad Dornfels unterstreicht die Spannung und passt gut zum Action-Content der Folge. Der Gegner in dieser Folge ist Lutz Riedel, der herrlich böse den jugoslawischen Kriegsverbrecher Zoran Vukow spricht.
 
Doch ähnlich wie bei James Bond und Quantum/Spectre gibt es immer noch einen Boss über dem Boss. Wo „Mord in Serie“ mit einem Verhör abseits der Regeln endet, startet Mindnapping exakt dort: Der Hörer findet heraus, dass die Fäden der Organisation in den USA zusammenlaufen, in der Hauptstadt des Glücksspiels: Las Vegas. Sie wollen Clifford Briggs (gesprochen von K. Dieter Klebsch alias „Dr. House“) ein für alle Mal das Handwerk legen. Werden Voss und Sprenger die Undercover-Tarnung aufrecht halten können? Ein nervlicher Drahtseilakt, der jeder Menge Coolness bedarf. Patrick Holtheuer ist der Kopf hinter der Reihe „Mindnapping“, und auch er darf sich mit seinen Stilmitteln austoben. Das bedeutet natürlich, dass „Freelancer 3.0“ anders klingt als „Freelancer 2.0“, schon allein, weil die Musik von Dominik Pobot beigesteuert wird. Im direkten Vergleich gefällt mir diese Variante einen Tick besser, der Soundtrack ist etwas subtiler und atmosphärischer als der von „Mord in Serie“. Allerdings sind auch die Szenen anders gestaltet. In „Todesspiel“ sind es eher die vor Gefahr berstenden Dialogszenen zwischen Gut und Böse, die den Reiz ausmachen; es ist das Spiel mit dem Feuer: „Weiß er, wer wir sind?“. Trotzdem fehlt es definitiv nicht an Action! Und noch etwas ist bemerkenswert: Jeder Teil der Doppelfolge folgt den Regeln der ursprünglichen Basis-Serie. So ist beispielsweise die Mindnapping-Folge in den USA angesiedelt und kann zum Schluss noch einmal mit dem obligatorischen „unerwarteten Überraschungsmoment“ aufwarten, das die Serie seit 25 Folgen begleitet.
 
Ich bin sehr happy, dass die Freelancer eine neue Chance bekommen haben. Die Serie hatte richtig viel Potenzial, und spätestens jetzt dürfte das auch jedem klar werden. Es sei aber auch gesagt, dass keiner der beiden Teile einzeln für sich funktioniert. Die Geschichte hängt einfach zusammen, und sollte auch so gehört werden. Natürlich auch ein Marketing-Gag, denn ein solches Crossover bietet vielen Hörern die Möglichkeit zum Einstieg in eine neue Serie. Das ist aber absolut legitim, und als Hörspiel-Fan bin ich sehr begeistert davon, wie gut das Konzept hier aufgegangen ist.
 
Ich wage mal die Prognose, dass wir Roland Voss, Julia Naumann und Marc Sprenger nicht das letzte Mal gehört haben. Darauf würde ich sogar in Las Vegas eine Wette platzieren.
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