Beyond the Chinese Theatre

Beyond the Chinese Theatre Hot

Nico Steckelberg   09. Mai 2013  
Beyond the Chinese Theatre

Rückentext

Auf den jungen IT-Studenten George Brand, alias „T-Rex“, wartet eine echte Herausforderung als Trimester-Arbeit. Eine „Mission Impossible“, für die sich die attraktive Kommilitonin Linn prompt als Partnerin anbietet. Doch was hat Linn mit Georges durchgeknalltem Vermieter zu tun? Viele scheinen an Georges Fähigkeiten als Hacker interessiert - Industrielle und Geheimdienste, Militär und Verbrecher-Syndikate. Im Seattle Underground und dem geheimnisvollem „Chinese Theatre“, kommt es zu einem ersten Showdown. Doch wer hält die Fäden in der Hand? Wer wird der Gewinner sein in diesem Poker um Macht, Spitzen-Technologie und jede Menge Geld? Aber vor allem: wie real ist die schockierende Gefahr?

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
9,0
Atmosphäre 
 
9,0
Sprecher 
 
9,0
Soundtrack 
 
8,0
Aufmachung 
 
7,0
Gesamtwertung 
 
8,4

Nach dem gelungenen Darkside Park-Crossover steht nun der nächste Hörspiel-Querverweis der Serie MindNapping vor der Tür: „Beyond the Chinese Theatre“ ist als Prequel zu Jan Gaspards Hörspielreihe „Offenbarung 23“ zu sehen. Gaspard selbst steuert auch das Drehbuch zu dieser 13. Episode von MindNapping bei.

Georg Brand erhält ein Stipendium um an einer IT-Elite-Universität zu studieren. Erste Aufgabe: Eine „Mission Impossible“ zu finden, die so unmöglich erscheint, dass nicht einmal die besten Hacker der Welt sie bewältigen könnten. Georg alias T-Rex alias George (die Folge spielt in den USA) hat gleich den richtigen Finger in der Nase: Wie kann es einem Hacker gelingen, in das geschlossene System eines Jumbo Jets einzudringen und dort für wenige Sekunden die Kontrolle zu übernehmen? Gesagt, getan. Zusammen mit seiner Kommilitonin, der bildhübschen Linn, und der gänzlich neuen Technik eines USB-Stick-Prototypen (die Folge spielt natürlich in der Vergangenheit) geht man frisch ans Hacker-Werk. Am Ende ist natürlich alles ganz anders als gedacht, und die Motive der Hauptpersonen dürfen dann gern auch schon mal schlagartig wechseln und die verborgenen Beweggründe unter der Oberfläche offenbaren.

Die Stammsprecher der Serie sind auch in dieser Episode zu hören. Allen voran natürlich Alexander Turrek, der T-Rex der neuen Ära. Aber auch Till Hagen als Ian G. oder Helmut Krauss als Erzähler sind zu hören. Wobei „Erzähler“ etwas hoch gegriffen ist. Denn Krauss beschränkt sich darauf, die Kapitelüberschriften zu lesen. Die Nebenrollen sind ebenfalls besetzt mit bekannten Hörspiel- und Synchronstimmen. Engelbert von Nordhausen als Professor, Martin Kessler als durchgeknallter Ex-Marines Chris, Nana Spier als die sexy Linn, Luise Lunow als Chinesin und ein unfassbar Christian-Brückner-ähnlicher Gordon Piedesack als Officer. Tolles Ensemble, wenngleich Spiers und Kesslers Rollen in ihren Grundeigenschaften ziemlich überskizziert wirken.

Die Musik von Sebastian Pobot ist im Vergleich zur Offenbarung 23-Reihe eher ruhig und zurückhaltend ausgefallen. Natürlich werden die Actionszenen passend untermauert, aber der Score ist – anders als in O23 – zu keinem Zeitpunkt der „Star“ einer Szene. Das Coverbild ist mir etwas zu schlicht. Gefreut hätte mich, wenn als Wendecover auch das O23-Design hätte verwendet werden können (wie damals bei der Darkside-Park-Folge).

Ich mag an dieser Folge, dass die Verschwörungstheorien und die Paranoia in Georgs Kopf noch nicht gereift sind. An den aktuellen O23-Folgen habe ich das oft kritisiert, vor allem die zahlen- und symbolschwangeren Nebenbemerkungen. In „Beyond the Chinese Theatre“ ist davon nichts zu bemerken. Sehr schön!

Das gute an dieser Folge ist, dass es auch MindNapping-Hörer gut finden können, die O23 nicht kennen. O23-Fans werden sich zwingend diese MindNapping-Folge zulegen müssen. Ich selbst bin mir noch unschlüssig, ob ich sie im CD-Regal ans derzeitige Ende der MindNapping-Sammlung oder vorne vor die O23-Sammlung stellen soll… mit diesem Konflikt muss dann wohl jeder selbst klar kommen. :-) Schöne Idee, dieses Crossover!

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