Rüde Gebrüder Hot

Nico Steckelberg   31. Oktober 2013  
Rüde Gebrüder

Rückentext

Am 28. Februar 1986 um genau 23.21 Uhr wird der schwedische Ministerpräsident Olof Palme auf offener Straße mitten in Stockholm erschossen. Viele Verdächtige werden im Laufe der Jahre ermittelt, doch ein am Tatort eindeutig identifizierter Tatverdächtiger wird nie zum Verhör geladen. Warum? Ein mysteriöses Video-Dokument des toten Hackers Boris F. – alias Tron – führt zu einer der erschreckendsten und ganz realen Verschwörungen der westlichen Welt. Und zu einem unerwarteten Showdown an historischer Stätte. Das Erschreckende: Die Täter sind (immer noch) mitten unter uns... Noch nie war "Offenbarung 23" so brisant wie in der Folge "Rüde Gebrüder"!

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
7,0
Atmosphäre 
 
9,0
Sprecher 
 
9,0
Soundtrack 
 
9,0
Aufmachung 
 
8,0
Gesamtwertung 
 
8,4

Hm… ich bin hin- und hergerissen. Die Verschwörungstheorie hinter dem Mord an dem schwedischen Ministerpräsident Olof Palme (1986) ist hochinteressant. Die Aufarbeitung in diesem Hörspiel ist Jan Gaspard gut gelungen, und ich fühle mich an die „guten alten Zeiten“ der Serie „Offenbarung 23“ erinnert, in denen der Tod von Prinzessin Diana oder die Hindenburg-Katastrophe durchleuchtet wurden. Was jedoch auf der Story-Ebene hier mit den Figuren passiert, das ist für meinen Geschmack deutlich too much. (Achtung, Spoiler folgend!)

In der letzten Folge wird T-Rex vermeintlich erschossen. Nun stellt sich heraus, dass es sein Bruder war. Klar, das merkwürdige Verhalten passte auch gar nicht zu unserem guten Drachentöter Georg Brandt. Aber nach nur einer Folge diesen Bruder wieder verschwinden zu lassen wirkt wie pure Effekthascherei. In dieser Folge, „Rüde Gebrüder“, wird dann Georgs Mutter eingeführt, die über den Tod ihres anderen Sohns (!) kaum erschüttert oder gerührt wirkt. Was ist denn hier los? Entweder da kommt noch eine große weitere Auflösung am Schluss, oder aber diese Szenen sind einfach überflüssig und realitätsfremd. Ich verstehe es (noch) nicht so ganz, was diese Bruder-Nummer soll.

Die Sprecher sind gut gewählt. Ich mag Gordon Piedesacks Einleitung als Nachrichtensprecher. Philine Peters-Arnold, die wir neulich noch bei Lady Bedfort hören durften, agiert als Georgs Mutter. Die Hauptakteure sind einmal mehr Alexander Turrek als T-Rex und Peter Flechtner als sein Kumpel Kim. St. Clair (Lutz Mackensy), Nat Mickler (Helmut Krauss) und Ian G. (Till Hagen) sind auch wieder mit von der Partie.

Ich mag den Soundtrack wieder sehr, er ist verhalten im Hintergrund und spielt sich nicht zu sehr auf. Immer dann, wenn man ihn braucht, ist er da. So soll es sein!

Fazit: Hochinteressanter Fall, toll umgesetzt, aber die story-internen Charaktere erfahren Entwicklungen, die mir nicht recht zusagen wollen. Bleiben wir am Ball und schauen wir, wie es weitergeht.

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