Lizenz zum Gelddrucken

Lizenz zum Gelddrucken Hot

Nico Steckelberg   21. Juli 2013  
Lizenz zum Gelddrucken

Rückentext

Ein Bauernhof in der Nordeifel - brutal werden die Eigentümer überfallen, der gesamte Viehbestand bestialisch massakriert. Doch was hat dieses mysteriöse Verbrechen mit einem trickreich eingefädelten Einbruch in den Frankfurter Messeturm zu tun, der fast im Kugelhagel der Sicherheitskräfte zu scheitern droht? Die Spur führt quer durch Europa nach St. Petersburg. Und hier zeigt sich, dass wieder einmal nichts ist wie es scheint. Schon gar nicht im globalen Finanz-System.

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
7,0
Atmosphäre 
 
8,0
Sprecher 
 
8,0
Soundtrack 
 
9,0
Aufmachung 
 
8,0
Gesamtwertung 
 
8,0

Schon mal überlegt, wo unser Geld herkommt? Aus dem Geldautomaten natürlich. Und wieso können wir da Geld ziehen? Weil unser Konto gedeckt ist. Und wo kommt das die Deckung her? Von unseren Arbeitgebern? Woher haben die ihr Geld? Von ihren Kunden? Und die? Mussten die Kredite aufnehmen um Güter zu beziehen? Man kann diese Fragenkette noch viel weiter führen und verzweigen. Letztlich kommt man zu dem Ergebnis, dass für Geld nicht zwingend ein realer Gegenwert existieren muss. Das Geld kommt letztlich von den Banken. Sie erzeugen es durch simple Buchungen.

Diese These ist der Backbone der neuesten Folge von „Offenbarung 23“. T-Rex gelingt es, sich in ein Banken-Hochsicherheitssystem einzuschleusen und sich – aus dem Nichts – Geld zu verschaffen. Er verschafft sich sozusagen selbst die „Lizenz zum Gelddrucken“. Doch der Einbruch in den Frankfurter Messeturm fliegt auf und T-Rex und sein Kumpel Kim müssen fliehen – unter Gebrauch einer Schusswaffe.

Diese Folge ist in Teilen seltsam. Das beginnt mit der Opening-Sequence, in der Margo und ihre Verbündeten einem Bauernehepaar gezielt Angst einjagt um es von seinem eigenen Land zu vergraulen. „*wtf*?“ wird sich so mancher Hörer da gefragt haben. Auch die charakterliche Veränderung von T-Rex gibt dem Stammhörer zu denken. Sein Ton ist rau, seine Methoden skrupellos, und er schreckt nicht davor zurück, seine Verbündeten zu verprellen. Ganz abgesehen vom Ende diese Folge, das natürlich nicht verraten wird, aber doch sehr verstörend für Serienfans sein dürfte.

Das Spannendste an dieser Folge ist für mich der Epilog, der von Till Hagen vorgetragen wird. Eine sehr kluge Argumentationskette, an deren Ende die simple Frage steht: „Wozu benötigen Banken eigentlich einen Rettungsschirm?“. Diese rhetorische Frage hat noch eine lange Nachwirkzeit im Kopf. Das ist wieder mal unser Lieblingsverschwörungstheoretiker Jan Gaspard in Bestform. Doch das täuscht leider nicht über die Tatsache hinweg, dass „Lizenz zum Gelddrucken“ als Einzelfolge nicht funktioniert. Sie schreibt geradezu nach einer Auflösung.

Am Soundtrack gibt es für mich wieder einmal nichts zu meckern. Diesmal ist mir Alexander Turreks Interpretation von T-Rex zu arrogant, wobei ich nicht ausschließen möchte, dass das gerade bei dieser Folge Absicht ist. Das Sprecherensemble besteht ansonsten hauptsächlich aus den „üblichen Verdächtigen“. In Gastrollen hören wir Peter Weis und Katja Brügger.

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