Die Illuminaten Hot

Nico Steckelberg   03. Oktober 2012  
Die Illuminaten

Rückentext

Am 1. Mai 1776 gründet Adam Weishaupt in Ingolstadt den Illuminatenorden. Nur acht Jahre später wird der Geheimbund bereits wieder zerschlagen. Doch warum hält sich bis heute das Gerücht, die Illuminaten hätten nie aufgehört zu existieren? Der Berliner Student Georg Brand findet im Nachlass des Hackers Tron ein verschlüsseltes Dokument, das die Wahrheit enthält, wo genau sich die Erben Weishaupts zwei Jahrhunderte lang "versteckt" haben! Doch die finsteren Ordensbrüder wissen ihre Tarnung mit aller Härte zu verteidigen!

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
7,0
Atmosphäre 
 
8,0
Sprecher 
 
9,0
Soundtrack 
 
10,0
Aufmachung 
 
8,0
Gesamtwertung 
 
8,4

November 2008 – die letzten Folgen der Original-Reihe „Offenbarung 23“ erscheinen. Mit „Der Untergang der MS Estonia“ und „9-11“ geht Verschwörungstheoretiker Jan Gaspard zwei Mythen unserer Zeit auf den Grund. Dann der Bruch – Gaspard und Lars Peter Lueg, der damalige Produzent der Serie, trennen sich. Die Serie wird fortgesetzt. Mit demselben Layout, denselben Sprechern, demselben tollen Soundtrack von Andy Matern aber mit anderen Autoren. Die Rollen und Inhalte der Serie wechseln schlagartig und von jetzt auf gleich. Vielen Hörern hat dies nicht zugesagt. Insbesondere die Qualität der Geschichten und die Dialoge fanden viele der alten Fans durchwachsen. Im Zeitraum von April 2009 bis Mai 2010 erschienen 12 „irgendwie serienfremde“ Folgen, bevor die Serie eingestellt wurde.

Als im letzten Jahr bekannt wurde, dass Sebastian Pobots Highscore Music die Serie übernimmt und eine erneute Zusammenarbeit mit Jan Gaspard gebe, war Hörspiel-Deutschland begeistert. Nun erscheint denn endlich die erste Folge, der neuen alten Serie „Offenbarung 23“ mit dem Titel „Die Illuminaten“.

Diese Folge ist inhaltlich eher als „Wiedereinstieg“ in den früheren Handlungsstrang gedacht. Es werden Freundschaften und Feindschaften erklärt. Es gibt jede Menge Action, Verfolgungsjagden, Wortgefechte und jede Menge Dialoge, die von okkulten Machtspielchen zeugen. Eine große Verschwörung fehlt also, wenngleich es deutliche Querverweise zur Estonia-Katastrophe gibt. Dafür ist es eine Folge mit hohem Symbolcharakter. Ganz ehrlich stören mich die vielen „verschwörerischen“ Wortspielchen hier und da, die nebenbei eingebrachten Zahlenspiele. Auch der überdreht irre wirkende Ian G. trägt seinen Teil dazu bei, dass „Die Illuminaten“ eher zu einer der inhaltlich schwächeren Folgen der Serie zählt, wenngleich der Showdown – gerade wegen seinem Hang zur Überzeichnung – sehr bedrückend und beeindruckend zugleich ist.

Was Sebastian Pobot hier gelungen ist, ist die perfekte Wiederbelebung einer Serie, trotz vieler notwendiger Veränderungen. Da sind beispielsweise die Sprecher: David Nathan, Dietmar Wunder, Benjamin Völz – diese wichtigen, tragenden Stimmen sind alle nicht mehr mit dabei. Auch Andy Matern zeichnet nicht mehr für den Soundtrack verantwortlich. Und dennoch klappt die Fortsetzung einwandfrei. Alexander Turrek ist der neue in der Rolle des Georg „T-Rex“ Brand. Von der ersten Szene an kaufe ich ihm seine Rolle ab. Er klingt stellenweise in den Betonungen exakt wie David Nathan, wenngleich seine Stimme eine deutlich andere Färbung hat. Das war die bestmögliche Besetzung! Andere wichtige Säulen des Sprecherensembles bleiben gleich. Till Hagen als durchgeknallter Geheimdienstler Ian G., Helmut Krauss als Erzähler, gegen Ende Marie Bierstedt als Nolo und Michael Pan als Miles Davison – diese Stimmen kennen wir aus den alten Folgen. Als Gast-Star konnte Xavier Naidoo gewonnen werden, der nicht nur fortan die eröffnenden Worte „Bei dem Folgenden Hörspiel handelt es sich…“ sprechen darf, sondern auch Tupac seine Stimme leiht. Er ist einer der wenigen, die stimmlich nicht so gut in dieses Hörspiel passen wollen. Tagesschau-Sprecher Jens Riewa spricht den „Newsflash“ zu Beginn der Folge.

Der Soundtrack von Ambitus (Sebastian Pobot) setzt nahtlos an Andy Materns Werk an. Super fand ich, dass man die Titelmelodie beibehalten hat und den restlichen Soundtrack im Stil der alten Folgen gehalten hat. Hier und da wird die E-Gitarre jedoch auch mal ein bisschen härter eingesetzt. Passt wunderbar! Und die letzte Szene, in der T-Rex nach seiner Wiedergeburt auf Nolo trifft ist musikalisch so toll untermalt, dass ein Gänsehautgefühl aufkommt.

Bei der nächsten Folge („Totale Vernichtung“) passt dann auch die Story wieder besser. Aber „Die Illuminaten“ ist genau das, worauf sich viele Hörspielfans lange gefreut haben: Die Fortsetzung der Story um den Hacker T-Rex in gewohnter Manier.

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