Mörderischer Stammbaum / Im Wettbüro des Teufels / Vermisste Kids und Killerpflanzen

Mörderischer Stammbaum / Im Wettbüro des Teufels / Vermisste Kids und Killerpflanzen Hot

Nico Steckelberg   01. Januar 2018  
Mörderischer Stammbaum / Im Wettbüro des Teufels / Vermisste Kids und Killerpflanzen

Rückentext

Folge 103:
In einem kleinen, wenig beachteten Wiener Kriminalmuseum macht die Touristin Petra D. eine grausige Entdeckung, nämlich die Untaten eines 1902 hingerichteten Frauenmörders mit einem höchst seltenen Namen. Petras erklärter Feind in einer heiklen Tierschutzfehde trägt genau den gleichen Namen. Gibt es Zusammenhänge? Hat Petra jetzt ein Druckmittel gegen ihn in der Hand? TKKG werden in einen Strudel dramatischer Ereignisse hinzugezogen.

Folge 104:
Dem Kleinganoven und Zocker Egon V. fallen 10.000 plump gefälschte 20-DM-Scheine in die Hand. Ein willkommenes Taschengeld, das er nun für seine Wetten einsetzt. Dabei entsteht Kontakt zu einem Wettbüro besonderer Art: er wird von skrupellosen Typen betrieben, die auf den Tod älterer Menschen Wetten abschließen. TKKG entdecken einen Sumpf der Niedertracht und Menschenverachtung.

Folge 105:
Edmund Bosnickel - ein psychisch gestörter Biologe - stößt auf ein Phänomen: in einer Sperrzone, in der Nähe eines stillgelegten Kernkraftwerkes, bei dem Fall-out an der Tagesordnung war, entwickeln sich Pflanzen ins Riesenhafte. Bosnickel faßt einen teuflischen Plan und pflanzt dort fleischfressende Pflanzen wie Sonnentau, Sumpfkrug und Venusfliegenfalle an. Diese Killerpflanzen gedeihen, werden gigantisch und verschlingen alsbald auch Tiere. Das bringt Bosnickel auf eine noch teuflischere Idee: er entführt am Hauptbahnhof der TKKG-Stadt zwei junge Mädchen, zwei Ausreißerinnen.

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
6,0
Atmosphäre 
 
7,0
Sprecher 
 
8,0
Soundtrack 
 
8,0
Aufmachung 
 
7,0
Gesamtwertung 
 
7,2

Im Jahr 1997 befand sich die Serie TKKG kurz nach der 100. Episode etwas in der Sinnkrise. Welche Themen interessieren die „Kids“ noch? Und sind die Kinder der auslaufenden Neunziger überhaupt noch interessiert an den Fällen von TKKG?

So greift TKKG-Autor in den Folgen 103 bis 105 die Themen Tierschutz und Serientäterschaft, Wettskandal und Falschgeld sowie Kernkraft und Ausreißer. Gewagte Kombinationen, die insbesondere im Fall „Vermisste Kids und Killerpflanzen“ deutlich „over the top“ sind. Denn hier lässt der TKKG-Erfinder Pflanzen-Mutationen in der Nähe des Reaktors „Fallaut“ (man beachte das Wortspiel) erscheinen. Will der verrückte Biologe Bosnickel etwa wirklich junge Mädchen an seine Killerpflanzen verfüttern?

Auch der „Mörderische Stammbaum“ ist gespickt mit überzeichneten Story-Elementen. Massentötungen an wehrlosen Tauben aus politisch motivierten Gründen und einen Häscher, der hinter Frauen her ist. Alles wirkt cartoonhaft und extrem dick aufgetragen.

Einzig die Folge „Im Wettbüro des Teufels“ kann hier eine ganz gute Spannung aufbauen und hat mit den „Halbis“ eine Art Punker-/Rocker-Neuinterpretation geschaffen. Die Motive stimmen und die Story ist annähernd realistisch.

Neben den bekannten Sprechern und Günter König als Erzähler dürfen wir unter anderem Andreas von der Meden in einer zwielichtigen Rolle erleben. Schauspielerin Hildegard Krekel spricht Margot Glockner, Comedienne Tanja Schumann (die in den 90ern durch RTL Samstag Nacht ein echter Begriff war) spricht Helga Hoppenheide (ein Sternchen für die knuffige Namensfindung) beim „Stammbaum“-Fall. Und auch die Europa-Hörspielmacher Heikedine Körting und André Minninger sind in Nebenrollen zu hören.

Sicherlich zählen diese drei Fälle nicht zu den Must-haves der Reihe. Wer sich jedoch mit den Folgen zwischen 100 und 200 befassen mag, dem sei vor allem das „Wettbüro des Teufels“ empfohlen.
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