Advent mit Knalleffekt / Das Mädchen mit der Kristallkugel

Advent mit Knalleffekt / Das Mädchen mit der Kristallkugel Hot

Nico Steckelberg   21. November 2009  
Advent mit Knalleffekt / Das Mädchen mit der Kristallkugel

Rückentext

Folge 165: Oh, du Fröhliche? Am ersten Advent wird Familie Glockner von einem heimtückischen Anschlag in Angst und Schrecken versetzt. Kurz darauf meldet sich der Attentäter am Telefon. Er verlangt bis zum 24. Dezember die Freilassung einer Gefängnisinsassin - und kündigt weitere Verbrechen an, wenn seiner Forderung nicht nachgekommen wird. TKKG sind in Alarmbereitschaft! Die Zeit läuft und es sieht ganz so aus, als ob der gefährliche Drahtzieher sein Ziel erreicht. Doch dann hat Tim einen grandiosen Einfall...


Folge 166:
Spuk in der Millionenstadt! Ortrud,die neue Mitschülerin in der TKKG-Klasse, kann einem schon unheimlich vorkommen: mit Hilfe einer Kristallkugel prophezeit sie ihren Freunden Ereignisse, die tatsächlich eintreffen... Wie ist das möglich? Doch Tim, Karl, Klößchen und Gaby sind gerade mit einem anderen Fall beschäftigt: Wer steckt hinter der Diebesbande, die am helllichten Tage zahlreiche Wohnungen ausraubt? Könnte Ortrud mit ihren hellseherischen Fähigkeiten vielleicht einen Tipp geben?

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
8,0
Atmosphäre 
 
8,0
Sprecher 
 
9,0
Soundtrack 
 
7,0
Aufmachung 
 
7,0
Gesamtwertung 
 
7,8

„Advent mit Knalleffekt“ heißt der Titel der Folge 165 der Serie TKKG. Ein Attentäter hat es persönlich auf die Familie Glockner angelegt. Mehrere Sprengstoffanschläge gehen auf das Konto des Unbekannten, der sich nach der Tat jeweils telefonisch meldet. Dabei erklingt stets ein Adventslied in der Leitung. Sehr freaky.

Die Folge 166 („Das Mädchen mit der Kristallkugel“) handelt von Ortrud, einer Klassenkameradin von TKKG, die ihren Mitschülern und bisweilen auch Lehrern die Zukunft aus einer Kristallkugel liest. Und seltsamerweise treten die Vorhersagen ein. Was steckt dahinter? Als die Lehrerin Frau Sommer durch eine der Vorhersagen einen Schwächeanfall erleidet, wird das Spiel zum Ernst.

Beide neuen Episoden entstammen der Feder von EUROPA-Effektmann André Minninger. Er schafft es zunehmend der Serie ihre aus den klassischen Episoden bekannte aber später verloren gegangene Ernsthaftigkeit zurück zu geben. Folge 165 erinnert an „Die Rache des Bombenlegers“ und ist dramaturgisch für ein TKKG-Hörspiel spannend aufgebaut. Stefan Wolfs Unart, bei jüngeren Folgen alle Täter von Anfang an bekannt zu machen, wurde glücklicherweise von seinem Nachfolger André Minninger aufgegeben. Statt dessen führt Minninger Rückblenden ein, die der Spannung dienen und die Auflösung des Falls interessanter machen. Seit langen reizen mich die TKKG-Storys wieder, was ich nach der inhaltlich unterdurchschnittlichen Folge „Operation Hexen-Graffiti eigentlich schon abgeschrieben hatte. Schade, dass nach wie vor Pseudojugendsprache eingesetzt wird („Amigos“ statt „Freunde“ u.ä.).

Noch eine Änderung gibt es. Man hat sich vom Illustrator Reiner Stolte getrennt. Zwar basieren die neuen Titelgrafiken auf seinen Vorlagen, doch es kümmert sich nun „COMICON S.L.“ darum. Dies ist offenbar auf Hinwirken von Sony entstanden, die sich seit dem Tod Stefan Wolfs (alias Rolf Kalmuczaks) um das Image von TKKG kümmern. Ab der Folge 166 gibt es dann zusätzlich zu den neuen Titelgrafiken noch ein komplett runderneuertes Layout. Das TKKG-Logo verschwindet von der Vorderseite der CD-Hülle, ebenfalls die Folgen-Nummer und alles ähnelt einem „Zeitungsartikel“. Es könnte kritisch sein, das Layout zu verändern, denn die alten Fans der Serie haben in der heutigen Zeit nicht mehr viel, woran sie sich klammern können. Zu vieles hat sich inhaltlich und erzählerisch bei der Serie verändert. Hoffentlich geht der Schuss nicht nach hinten los. Aber: Man möchte eben ein neues, jüngeres Publikum ansprechen.

Dann ist nur die Frage, ob die „alten“ Sprecher nicht konsequenter Weise auch ausgetauscht werden. Ohnehin steht die TKKG-Welt seit dem frühen Tod der Gaby-Sprecherin Veronika Neugebauer im Oktober dieses Jahres Kopf. Wenn auch aus dem traurigsten aller Anlässe – eine bessere Chance, einen Austausch des gesamten Ensembles durchzuführen, wird es wohl nicht geben. Komplett andere Sprecher würden jedoch vollends zu einer „neuen“ Serie führen, bei der lediglich der Markenname und die Charaktere noch dieselben sind.

Zu den Sprechern dieser beiden Folgen: Sascha Draeger und Veronika Neugebauer gefallen, Manou Lubowskis Klößchen ist mal wieder sehr unreif, was nicht zu der reifen Stimme passen mag und Niki Nowotny ist halt Karl, wie er schon immer war. Als Gäste hören wir eine tolle Judy Winter (als Frau Sommer, ein Gag?) und ebenfalls überzeugend Ingrid Andree und Susanne Lothar. Edgar Bessen ist als Kommissar Glocker auch wieder mit von der Partie. Soundtrack und Geräusche sind okay und im EUROPA-Style.

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