Teufelsgold Hot

Nico Steckelberg   19. Juni 2017  
Teufelsgold

Hörbuch

Autor(en) oder Hrsg.
Erscheinungsjahr
Format
CD
Anzahl Medien
8
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Rückentext

Auf der Jagd nach dem Stein der Weisen - Wer sind die Alchemisten unserer heutigen Zeit?

Nach dem Ende der Kreuzzüge taucht er das erste mal auf: der Stein der Weisen, mit dem man Gold machen kann - gefährliches Gold, radioaktives Gold nämlich. Der Stein erscheint, als ein Alchemist Gott verflucht, und er zieht eine Spur der Verwüstung durch Europa. Die Deutschordensritter erklären es zu ihrer geheimen neuen Aufgabe, ihn zu finden und sicher zu verwahren. Für alle Ewigkeit.

Doch in unserer Zeit kommen zwei Brüder, die unterschiedlicher kaum sein könnten, dem wahren Geheimnis des Steins auf die Spur: Er ist ein Schlüssel - ein Schlüssel, der unser aller Leben zum Guten hin verändern könnte.

Oder öffnet er die Pforten der Hölle?

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
5,0
Atmosphäre 
 
6,0
Sprecher 
 
9,0
Aufmachung 
 
6,0
Gesamtwertung 
 
6,5

Mit „Teufelsgold“ begibt sich Andreas Eschbach auf eine neue „Was wäre wenn“-Reise. Was wäre, wenn es den Stein der Weisen wirklich gäbe, und er aus Quecksilber Gold erschaffen könnte? Genau diese Geschichte fällt dem Aktienspezialisten Hendrik in einem Antiquariat in die Hände. Immer schon an dem Thema Alchimie interessiert, beschließt er, sich mit einem Seminarkonzept selbstständig zu machen, welches Reichwerden und Alchimie auf modern interpretierte Art verbindet. Doch dieses Buch nun offenbart ihm ganz neue Einsichten. Hat es den Stein wirklich gegeben? Als ihm das Buch gestohlen wird, vergisst er die Geschichte wieder. Doch irgendwann holt sie ihn wieder ein, als er nämlich auf einen echten Alchimisten stößt, der ihm das Geheimnis der Unsterblichkeit offenbaren möchte.

Ich habe bereits die Buch-Rezension meiner Kollegin Christine Rubel für den Hörspiegel gelesen, und sie kann dem Stoff und Eschbachs Charakteren nicht viel abverlangen. Mit geht es etwas anders, ich empfinde die Auslegung des „Stein der Weisen“-Themas in die Jetztzeit – sowohl im übertragenen als auch im realen Sinne – ganz spannend. Zwei Dinge jedoch stören mich an „Teufelsgold“. Zum einen ist es der häufig in Aktion tretende Kommissar Zufall (zwingend erforderlich, da der Protagonist relativ wenig Eigenantrieb hat). Zum anderen das wirklich gewöhnungsbedürftige Ende. Es hört sich fast so an, als hätte Andreas Eschbach am Anfang noch nicht gewusst, wie das Buch enden soll, und dann hat er sich einfach in eine Sackgasse geschrieben. Sein Befreiungsversuch endet in einem storytechnischen Fiasko und macht vieles von den interessanten realen Ansätzen kaputt, die Eschbach anfangs so mühsam aufgebaut hat.

Auch Matthias Koeberlin, den ich als Interpreten dieses Hörbuchs sehr schätze, kann nicht viel reißen. Er liest ganz prima, hat die Betonungen gut drauf. Doch es kommt nicht einmal der Bruchteil der Spannung eines „Jesus Videos“ auf. Letzteres lebte eben davon, dass es nicht alle Details des Mysteriösen ausplauderte und Szenen mit Fantasie ausstaffierte, sondern die Fantasie in den Köpfen der Leser forderte.  Und die ist bei „Teufelsgold“ nur gefragt, wenn man sich überlegt, auf welche Weise Andreas Eschbach bitte auf dieses Romanende gekommen ist.

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