Schwarze Diamanten Hot

Jan Hillgärtner   03. Juni 2011  
Schwarze Diamanten

Hörbuch

Untertitel
Der dritte Fall für Bruno, Chef de police
Autor(en) oder Hrsg.
Verlag
Erscheinungsjahr
Format
CD
Anzahl Medien
8

Rückentext

Was haben Trüffeln mit Frankreichs Kolonialkrieg in Vietnam und mit chinesischen Triaden zu tun? Die Lösung von Bruno Courrèges’ drittem Fall ist so tief vergraben wie die legendären schwarzen Diamanten unter den alten Eichen im Périgord – und genauso schwer zu finden.

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
9,0
Atmosphäre 
 
8,0
Sprecher 
 
10,0
Aufmachung 
 
9,0
Gesamtwertung 
 
9,0

Der dritte Fall für Martin Walkers Detektiv Bruno Courrèges spannt einen weiten Bogen: historisch wie auch geografisch. Ausgangspunkt ist das Périgord, jener südwestfranzösischen Landschaft in der Dordogne mit ihren tiefen Wäldern und den wertvollen Trüffeln unter den schwarzen Eichen. Wer den Ermittler Bruno noch nicht kennt, dem sei so viel gesagt: er ist quasi genialistischer Polizist, brillanter Koch und Rugbyspieler. Verhandlungsgeschickt wird von ihm bereits zum Beginn des Krimis gefordert, als die Umsetzung von EU-Umweltauflagen das lokale Sägewerk zur Schließung zwingt und es zum Eklat zwischen Umweltschützern und den Fabrikarbeitern kommt. Der Führer der Umweltschützer – das heizt den Konflikt zusätzlich auf – ist der Sohn des Fabrikbesitzers der lange im Ausland gelebt hat und nun wie ein Verstoßener in die alte Heimat zurück kehrt. Doch ganz so groß, wie diese Feindschaft zunächst erscheint ist sie in Wirklichkeit gar nicht.

Martin Walker komponiert ein komplexes Gefüge aus einem Mord, Menschenhandel, und dem Bandenkrieg zwischen asiatischen Gruppen in Frankreich. Mit einer solchen Mischung muss man entweder als Schriftsteller untergehen, da das Zusammenführen der erzählerischen Fäden jegliche Fantasie überschreitet; oder man macht es wie Martin Walker und sorgt dafür, dass die politische Realgeschichte Frankreichs für eine plausible Verbindung sorgt. Der dritte Fall für Bruno ist geschickt geschrieben und verbindet die Teile so geschickt miteinander, dass sich der Sinn zwangsweise aus ihnen ergibt.

Johannes Steck liest die 530 Minuten meisterlich und es ist fast schade, wenn der Fall am Ende aufgelöst wird und die Fäden in der Hand liegen.

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