...und die Leiche im ewigen Eis

...und die Leiche im ewigen Eis Hot

Nico Steckelberg   08. August 2015  
...und die Leiche im ewigen Eis

Rückentext

Eigentlich wollte Lady Bedfort bloß ihre Großnichte Cassandra besuchen, doch das Verbrechen ist ihr diesmal bis nach Neuseeland gefolgt. Cassandras Ehemann ist auf einem der größten Gletscher der Insel ums Leben gekommen - erschlagen mit einem Eispickel. Und die Hauptverdächtige ist zu allem Überfluss Cassandra. Wird es Lady Bedfort und Max gelingen, ihre Unschuld zu beweisen? Und wer steckt wirklich hinter dem feigen Mord? Mitten im ewigen Eis kommt es schließlich zu einer schicksalhaften Begegnung…

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
9,0
Atmosphäre 
 
8,0
Sprecher 
 
8,0
Soundtrack 
 
7,0
Aufmachung 
 
7,0
Gesamtwertung 
 
7,8

Die Story spielt in Neuseeland und beginnt auf einem Gletscher, wo der Hörer Zeuge eines Mordes wird. Das Opfer: Der Ehemann von Lady Bedforts Großnichte Cassandra. Der Rückentext gibt bereits ausreichende Infos zum Inhalt der 82. Folge von Lady Bedfort, mehr zu verraten, ist gar nicht nötig. Der Fall startet schnell und mit einigen Verdächtigen, Cassandra eingeschlossen.

Es ist ein klassischer Bedfort/Max-Reise-Fall außerhalb von Brighton. Eine typische Neuseeland-Atmosphäre kommt leider nicht so recht auf, wobei ich selbst auch nicht wüsste, was ich hier konkret erwartet hätte. Die Szenen auf dem Gletscher hätte ich mir jedenfalls bedrohlicher, musikalisch etwas sphärischer vorgestellt. Die Szenerie erinnerte mich gefühlsmäßig an einige Passagen aus Grangés „Die purpurnen Flüsse“ (Stichwort Leichenfund im Gletscher), und vermutlich hatte ich einen ähnlich bedrückenden-mysteriösen Synthie-Soundtrack erwartet wie bei der inszenierten Lesung jenes Thrillers. Wer weiß, so jedenfalls sticht diese sehr spezielle Folge in ihrer Machart (insbesondere Soundtrack) für mich zu wenig aus den anderen Folgen hervor.

Annina Braunmiller spielt die Rolle von Lady Bedforts Großnichte. Ich bin hin und her gerissen. Sie hat eine schöne Hollywood-Synchronstimme, aber genau das wird ihr phasenweise zum Verhängnis, wenn die Verzweiflung zum x-ten Mal ihre Stimme überschlagen lässt. Hier wäre weniger eindeutig mehr gewesen. Die anderen Sprecher gefallen mir sehr gut, angefangen natürlich bei der Hauptrolle Isabella Grothes. Sie ist eine ziemlich coole neue Besetzung für die kriminalistische Lady. In Nebenrollen hören wir Alexander Doering, Magdalena Turba, Rainer Fritzsche, Thomas Petruo und einige andere durchweg professionelle Sprecher. Macht Spaß, dem Fall zu folgen und mit zu rätseln.

Das funktioniert auch bis zum Schluss, denn das Skript von Wolfgang Schroeder lässt wieder einmal mehrere Möglichkeiten der Motivwahl zu, so dass der Hörreiz bis zum Schluss bleibt. Das reißerisch blutige Covermotiv von Alexander von Wieding ist vielleicht ein wenig abschreckend für Fans des gediegenen Kriminalromans. Lassen Sie sich beruhigen – es gibt keine Splatter-Szenen.

Fazit: Gute Folge, bei der ich lediglich in Sachen Soundtrackeinsatz noch ein wenig mehr Potenzial gesehen hätte.

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