Pedro Paramo Hot

Michael Brinkschulte   06. Januar 2010  
Pedro Paramo

Hörbuch

Autor(en) oder Hrsg.
Sprecher
Erscheinungsjahr
Format
CD
Anzahl Medien
4
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Rückentext

Der mexikanische Autor Juan Rulfo gilt als Wegbereiter des . Autoren wie Gabriel Gracia Marquez, Jorge Luis Borges und Susan Sonntag hat sein Roman fasziniert. So auch Urs Widmer, er liest in dieser Aufnahme sein „Jahrhundertbuch“ vor. Der ungekürzten Lesung liegt die neue Übersetzung von Dagmar Ploetz zugrunde.

„Ich bin nach Comala gekommen, weil mir gesagt wurde, dass hier mein Vater lebt, ein gewisser Pedro Paramo.“ Der Text ist die Geschichte eines skrupellosen Grossgrundbesitzers, der das Leben und Sterben der Menschen in seiner Region bestimmt. Jedoch erzählt der Roman, wie Rulfo selbst sagt, „von einem toten Dorf, in dem alle gestorben sind, sogar der Erzähler; über seine Wege und Fehler streifen nur tote Seelen und die Echos, die ungehindert durch Zeit und Raum schweifen.“

Urs Widmer liest einfühlsam und ohne Pathos; ihn berührt, „dass in dem Buch niemand mehr am Leben ist, nicht einmal, habe ich den Verdacht, der Erzähler selbst. Alle tot. Tote erzählen uns aus der Welt von Toten, die alle einmal, wie wir es jetzt sind, lebendig gewesen waren.“

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
9,0
Atmosphäre 
 
8,0
Sprecher 
 
10,0
Aufmachung 
 
10,0
Gesamtwertung 
 
9,3

Wie ist das Hörbuch umgesetzt?

Mit klarer Betonung liest Urs Widmer dieses Buch. Die ungekürzte Fassung füllt 4 CDs und bietet eine Spielzeit von 285 Minuten. Die Atmosphäre des Romans setzt er durch Stimmspiel und Lesetempo um. Die einzelnen Abschnitte, Kapitel des Romans werden jeweils durch einen Gongschlag angekündigt.
Die CDs sind in einer Pappbox untergebracht. Die einzelnen CDs stecken in bedruckten Papphüllen, die auf der Vorderseite die Trackliste, auf der Rückseite Informationen wie Figurenverzeichnis, Autorenvita enthalten.


Resümee/Abschlussbewertung mit Schulnoten:

Ein dramatischer Roman, realistisch geschrieben, eine Geschichte mit vielfältigen Rückblicken. Juan Rulfo (1918 – 1986) lässt in seinem Roman Figuren erstehen, schildert die gesellschaftlichen Missstände, das Elend der mexikanischen Bauern. Juan sucht seinen Vater, nachdem seine Mutter ihn auf dem Sterbebett diesbezüglich beauftragt hat. Er soll sein Erbe einfordern und findet die Hazienda von Pedro Paramo verwüstet. Eine Folge seines Regimes.
Der Hörer wird mit Toten konfrontiert, die so inszeniert sind, dass sie den Hörer Schritt für Schritt weiter durch den Text tragen, indem sie ihre Geschichte erzählen.
Grandios vorgetragen von Urs Widmer.

Note 1-

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