Mnemosynean

Mnemosynean

Alina Jensch   29. Dezember 2021  
Mnemosynean

Musik

Interpret/Band
Veröffentlichungs- Datum
01. Oktober 2021
Format
  • CD
  • Vinyl

Hörspiegel-Meinung

Gesamtwertung 
 
8,0

Der 30. Bandgeburtstag von KATATONIA hätte sicher ganz groß werden sollen – ach, was hatten wir uns doch auf eine Jubiläumstour und lauter Überraschungen gefreut. Aber die Zeiten sind nun einmal so wie sie sind, und so haben die Schweden doch zumindest als Trostpflaster eine ganz besondere Kompilation veröffentlicht:

Mnemosynean fasst sämtliche B-Seiten und Bonustracks ihrer Veröffentlichungen seit 1996 zusammen. Alle? Jein – denn diese Zusammenstellung bezieht sich explizit auf Songs mit Klargesang. Und so findet sich zwar der legendäre Goth-Ausrutscher „Scarlet Heavens“ auf Mnemosynean, aber nichts von der später veröffentlichten Sounds Of Decay EP. Wahrscheinlich ein weiser Schachzug, denn der überwiegende Großteil der Hörerschaft lernte KATATONIA erst lange nach ihrer Death/Doom-Phase kennen und fühlt sich eher von den aktuelleren Stilrichtungen angesprochen.

Gut zu wissen: Zwei sehr umfassende Kompilationen/Best-of-Alben gibt es bereits: Brave Yester Days, das neben einer Best-of-Auswahl die B-Seiten der Veröffentlichungen bis 1998 enthält, und The Black Sessions, auf welcher alle Extras von 1998 – 2003 zu finden sind. Mnemosynean hat deswegen neun Überschneidungen mit diesen beiden Vorgängern.

Da die B-Seiten von KATATONIA seit jeher als besondere Schmankerl gelten, und oft gar als die besten Songs der Band gehandelt werden, ist es durchaus sinnvoll, eine Kompilation nur diesen oft schwer erhältlichen Songs zu widmen. Viele der Singles und EPs von denen sie stammen, sind längst ausverkauft und das gelungene Judas Priest Cover „Night Comes Down“ war bisher exklusiv auf der japanischen Version von The Fall Of Hearts zu finden.

Und so versammelt Mnemosynean 27 Raritäten und Kuriositäten, verpackt in ein fantastisches neues Artwork von Langzeit-Kollaborateur Travis Smith, und begleitet von einem dicken Booklet voll mit alten Bandfotos, allen Texten und bisher unveröffentlichten Kommentaren zu den Hintergründen jedes einzelnen Songs. Letzteres dürfte für Diehard-Fans der ausschlaggebende Faktor für eine Kaufentscheidung sein.

Für neue Fans ist Mnemosynean dagegen nur interessant, wenn sie die Geschichte und B-Seite der Band (...sorry) ganz bewusst kennenlernen wollen. Und dann ist es doch etwas schade, dass nicht auch die Raritäten aus Death/Doom-Zeiten enthalten sind.
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