Plans to Wake up on the Beach

Plans to Wake up on the Beach Hot

Tanja Trawny   15. Dezember 2016  
Plans to Wake up on the Beach

Musik

Interpret/Band
Unter-Genre
Veröffentlichungs- Datum
11. November 2016
Format
CD
Anzahl Medien
1
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Hörspiegel-Meinung

Gesamtwertung 
 
9,0

Heute möchte ich Euch das Erstlingswerk als Re-Release Album „Plans to Wake up on the Beach“ des 1985 geborenen deutsch-türkischen Bassisten und Komponisten Achim Seifert und seiner Band Achim Seifert Project vorstellen. Die Stücke entstanden maßgelblich während seiner Zeit an dem renommierten  Berklee College of Music in Bosten und spiegeln neben seiner instrumentalen Genialität und Bandleader Disposition auch seine Qualitäten als Komponist und außergewöhnlichen Arrangeur unter Beweis. Achim Seifert (Bass, Composition) offeriert dem Hörer ein facettenreiches inspirierendes genreübergreifendes Album, welches durch das musikalische Spiel seiner Mitstreiter Julis Martinek (Piano, Rhodes), Nicolai Finke (Tenor-/Sopransaxophone), Julian Külpmann (Drums), Christoph Spangenberg (Piano), Rainer Wich (Drums), Stephan Emig (Percussion, Programming) und Sarpay Özςağatay (Flute) abgerundet und zum Leben erweckt wird. Gepaart mit einer gekonnten, fast zärtlich wirkenden Zurückhaltung des Geschehens, lotet Achim Seifert durch das Setzen von Akzenten die unterschiedlichsten musikalischen Blickwinkel aus und integriert neben Samba-Rhythmen auch persönliche orientalische Einflüsse in seine Kompositionen.  

Schon der erste Track des Albums „Plans to Wake up on the Beach” („Ljubljana“) weist ein spannungsgeladenes Dreigespann auf, welches partiell ein Zwiegespräch zwischen Saxophone, Piano und Bass aufweist. Dieses Stück ist, ohne aufdringlich zu wirken, dynamisch, melodisch, kraftvoll, bei dem sowohl Julius Martinek, Julian Külpmann und Achim Seifert stimmige Akzente setzen, den jeweiligen Part des anderen umrahmen und sich wie in einem Dialog zwischen den drei Musikern ergänzen. „Balcony View“ beginnt hingegen eher ganz zaghaft mit Christoph Spangenberg am Piano, zu dem sich achtsam zunächst Achim Seifert (Bass) zugesellt. Dieses Stück weist in sich aufbauende Spannungsbögen auf, welche energiegeladen, mehrdimensional rhythmisch sind. Achim Seiferts Bassspiel wird komplementiert durch  Christoph Spangenberg (Piano) und Rainer Winch (Drums), wobei Christoph Spangenberg ruhig, durch vereinzelte Töne Akzente dem schwungvollen dynamischen Bassspiel von Achim Seifert entgegensetzt. Eine sehr schöner Dialog, welcher mich als Hörer hat mitschwingen lassen: mal ruhig, mal schneller zum Schluss gepaart mit einer sehr eingängigen Grundmelodie. Düster-melancholisch hingegen präsentiert sich „Aganey Song“, welcher wie auch „On My Way“ orientalische Akzente aufweist. Erster klingt sanft, angenehm, weist quirlige Elemente auf und wirkt für mich persönlich leicht sinnlich. „On My Way“ ist genau der Gegensatz dazu: ein schnelles Stück mit eindeutig dominierender orientalischer Prägung, wobei neben den Instrumenten selbst gleichfalls durch Klatschen weitere rhythmische Akzente gesetzt wurden.  Funky Grooves kombiniert mit elektrischem Sound präsentiert von Julius Martinek, Julian Külpmann und Achim Seifert präsentiert sich „Too Late“.  Den Klassiker „Cherokee“, dem einzigen, nicht durch Achim Seifert komponiertem Stück auf diesem Album, arrangierte Achim Seifert mit Samba-Rhythmen, was den Hörer eine dynamische, phasenweise schwungvolle Symbiose sowie außergewöhnlichen musikalischem Dialog  zwischen  Sarpay Özςağatay (Flute), Julius Martinek, Julian Külpmann und Achim Seifert wiederspiegelt. Zurück versetzt in die früheren Zeiten fühlte ich mich bei der sanften modernen Jazz-Ballade „Some Words“. Dieses Stück ist lyrisch angehaucht. Julius Martinek umrahmt das Spiel von Nicolai Finke (Saxophone) während Achim Seifert und Julian Külpmann sich in den gemeinschaftlichen Sound der Beiden integrieren, ohne dabei in den Hintergrund zu rücken. Insgesamt ein sehr sanftes sich annähern/ verbinden der jeweiligen Instrumente zu einem sinnlichen Ganzen. Der Grundstock für „Places“ hingegen ist ein dichter, vorwärtstreibender, recht schwungvoller Drum’n’Bass-Rhythmus von Achim Seifert (Bass) und Julian Külpmann (Drums) in dem Nikolai Finke (Saxophone) und Julius Martinek (Piano) jeweils nur Akzente setzen.

Insgesamt ein mannigfaltiges Erstlingswerk, dessen Spielfreude und Experimentierlust in jedem einzelnen Stück zuhören ist!!! 

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