Treue Seelen

Christine Rubel   27. August 2021  
Treue Seelen

Hörbuch

Erscheinungsjahr
Format
MP3-CD
Anzahl Medien
1
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Rückentext

Frühsommer 1986: Achim und Barbara, um die 30, sind nach West-Berlin gezogen. In die Großstadt, weg aus der Provinz. Weil es dort eine Stelle gibt für ihn im Labor der Bundesanstalt für Materialprüfung. Weil man ein anderer Mensch sein könnte, da, wo Bowie mal gewohnt hat. Doch statt eines neuen Lebens finden die beiden Stillstand, spießige Enge und Tschernobyl-Angst.

Während Barbara an Trennung denkt, verliebt Achim sich in die zehn Jahre ältere Nachbarin Marion, die enttäuscht von ihrem Bundesgrenzschutz-Ehemann Volker ist. Marion stammt aus Ost-Berlin, sie ist als Teenager kurz vor dem Mauerbau in den Westen abgehauen. Mit ihr fährt Achim heimlich in den Osten, wo sie Marions Schwester Sybille wiedersehen. Mit den besten Absichten mischt Achim sich in die dramatische Lebensgeschichte der beiden Schwestern. Und bringt alle in Gefahr - als er die Idee hat, für Sybille einen Gegenstand über die Grenze zu schmuggeln, der ihr Leben verändern soll.

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
5,0
Atmosphäre 
 
5,0
Sprecher 
 
7,0
Aufmachung 
 
7,0
Gesamtwertung 
 
6,0

Eine verbotene Liebe, Ost-West-Konflikte. Das hört sich nach Potential und Stoff für ein gutes Hörbuch an. Doch die Geschichte um Achim und Marion, die sich auf dem Wäscheboden eines West-Berliner Mietshauses verlieben, die versuchen, Raum und Zeit für sich zu erschleichen, plätschert so vor sich hin. Dabei kam mir keine der Figuren wirklich nahe und das liegt zum grössten Teil am Schreibstil, der mit kurzen, oft unfertigen Sätzen und ständigem Wechsel von Figuren, Zeit und Schauplatz an vorbeifliessende, sprunghafte Gedanken erinnert. Es baut sich so gar keine Spannung auf. Achim, der sich von seiner Freundin Barbara, die depressiv die ganze Zeit auf der Matraze liegt, entfernt, Marion, gefangen in einer eher lieblosen Ehe, die sich nach Abenteuer und Freiheit sehnt. Kurioserweise ist es Ostberlin, das ihnen Freiheit gewährt - und das auch nur für kurze Zeit.

Auch wenn Florian Lukas die vollständige Lesung gut liest, es bleibt bei mir ein schaler Nachgeschmack und die Frage: war das alles oder habe ich die Essenz verpasst? Kleine Lichtblicke sind immerhin Erinnerungen an frühere Zeiten, manchmal blitzen Ironie und Witz durch und wer Berlin kennt, wird auch mehr Parallelen ziehen können. 
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