Spademan Hot

Michael Brinkschulte   23. März 2014  
Spademan

Hörbuch

Autor(en) oder Hrsg.
Erscheinungsjahr
Format
MP3-CD
Anzahl Medien
1
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Rückentext

ICH TÖTE MÄNNER, UND ICH TÖTE FRAUEN,
DENN ICH WILL NICHT DISKRIMINIEREND ERSCHEINEN.

Eine große Terrorwelle hat New York City lahm gelegt. Die ausgebombte Stadt ist verlassen, nur einzelne Menschen sind geblieben. Einer davon ist Spademan, ein ehemaliger Müllmann, der sich als Auftragskiller über Wasser hält. Sein nächstes Opfer ist die Tochter eines mächtigen Predigers. Doch etwas lässt ihn zögern. Und damit macht er sich selbst zur Zielscheibe düsterer Kreise …

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
6,0
Atmosphäre 
 
7,0
Sprecher 
 
8,0
Aufmachung 
 
6,0
Gesamtwertung 
 
6,8

Wie ist das Hörbuch umgesetzt?

Christoph Maria Herbst liest dieses Hörbuch in ungekürzter Fassung. Dabei setzt Herbst klar auf seine ihm eigene Art Texte zu betonen. Dadurch gewinnt der Text, sodass der Hörer gern weiter hört.
Die als MP3 Hörbuch erschienene rund 6 ½ Stunden lange Lesung füllt eine CD, die in einem schlicht gestalteten Digipack steckt. Dieses beinhaltet neben einem ergänzenden Text zur Inhaltsangabe knappe Angaben zu Autor und Sprecher.


Resümee/Abschlussbewertung:

Spademan arbeitet als Auftragsiller. Er hat seine Frau beim Bombenanschlag verloren, der New York von der Weltstadt ins Abseits katapultierte. Spademan folgt seinen eigenen Regeln. Als er den Auftrag bekommt die Tochter eines Predigers zu töten, kollidiert der Auftrag mit seinem Ehrenkodex. Und so nimmt er sich der jungen Frau an und gerät selbst in die Schusslinie.

Der vorliegende Thriller spielt in einer postapokalyptischen Zukunft, in der das Internet einen großen Bruder bekommen hat, von dem viele Menschen abhängig sind, da sie fast nur noch online leben. Parallel dazu gibt es aber auch Menschen, die noch im ‚normalen‘ Leben stehen und nur partiell in die Virtuelle Welt abdriften.
Die Mischung des Romans wirkt zuweilen unausgewogen, bietet einerseits eine klare moralische Linie, die durch Christoph Maria Herbst gut verbalisiert wird. Andererseits fällt die kontrastierende religiöse Komponente, die durch den Prediger als Vater des ‚Zielobjektes‘ erzeugt wird nur bedingt ausgereift, wirkt hölzern, auch wenn sie interessant dargestellt ist.

Der Roman wird in der Hörfassung durch Christoph Maria Herbst klar aufgewertet, der durchs eine Vortragsart den Protagonisten zu einem moralischen Mörder werden lässt, für den der Hörer sympathische Züge entwickelt. Doch die Story an sich dümpelt trotz allen Aktion-Reichtums irgendwie nur vor sich hin, erweist sich, trotz der Science Fiction Komponente, als weitgehend vorhersehbar.

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