Whiteout

Whiteout Hot

Markus Skroch   14. November 2016  
Whiteout

Musik

Interpret/Band
Veröffentlichungs- Datum
18. November 2016
Format
CD
Anzahl Medien
1
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Hörspiegel-Meinung

Gesamtwertung 
 
8,0

Ein Whiteout ist eine Helligkeit, die bei schneebedecktem Boden und einer bestimmten Lichtsituation dazu führen kann, dass aufgrund von Kontrastreduzierung der Horizont verschwindet, weil das ganze Blickfeld gleichmäßig hell ist. Ein schöner Titel, der sich auch auf die Welt in der wir zu Zeit leben übertragen lässt. 

Das neue ISGAARD Album klingt ein wenig rockiger als die beiden Vorgänger. Weiterhin gibt es aber Einflüsse aus Pop, Ethno und Klassik, die die Basis für die Songs sind. Melancholische Keyboard-Teppiche und allerlei elektronische Sounds mischen sich mit echten Instrumenten wie Flöten, Streichern, Gitarren und Drums.

Die Lieder untereinander empfinde ich abwechslungsreicher als die der Vorgänger Alben. Die eingesetzte Streichersektion verleiht Liedern wie „Tikdabra“ eine neue Dimension. Bei diesem Lied zeigt Sängerin Isgaard, dass sie stimmlich auch einiges zu bieten hat, was man aber meistens nicht zu hören bekommt. 

„You didn’t fall“ wird am 18.11. als Single inklusive Video ausgekoppelt. Der Song ist ungewohnt rockig und erinnerte mich vom Arrangement etwas an Bands wie COLDPLAY oder KENT. Inhaltlich ist es eine Verneigung vor Menschen wie der Pakistanerin Malala Yousafzai, die sich trotz großer Bedrohungen und Repressalien für die Bildung von Frauen in fundamentalistisch-islamischen Ländern einsetzen.

„Silva“ würde meiner Meinung nach auch eine gute Single abgeben. Man merkt hier gut aus wie vielen Elementen die Mischung besteht, und wie viel Mühe sich Jens Lueck mit der gesamten Produktion gegeben hat. Aufnahme, Mischung und Mastering kommen alle aus seiner Hand. Dazu spielt er noch Keyboards, Drums, programmiert und schreibt zusammen mit Sängerin Isgaard alle Songs.

Als Besonderheit gibt es den 13 Minütigen Titeltrack „Whiteout“, unterteilt in drei Kapitel. Hier wird die Geschichte einer jungen Frau erzählt, die ein Buch zu lesen beginnt, in dem scheinbar ihr Leben beschrieben wird. Gleichzeitig verblasst die Realität und Dinge, von denen sie geglaubt hat, dass sie einen festen Platz in ihrem Leben haben, hören auf zu existieren. Praktisch ein "Whiteout". Ein ziemlich dramatischer Abschluss eines gelungenen Albums.

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