Personality Standards Vol. 1

Personality Standards Vol. 1 Hot

Michael Brinkschulte   22. Januar 2019  
Personality Standards Vol. 1

Musik

Unter-Genre
Veröffentlichungs- Datum
22. Februar 2019
Format
CD
Anzahl Medien
1
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Hörspiegel-Meinung

Gesamtwertung 
 
9,0

Wenn sich Musiker gemeinsam auf den Weg machen, um ihre eigenen „Standards“ zu erspielen bzw. auszuloten was die Musiker und Komponisten heute bestehender Standards motivierte und angetrieben hat, dann ist dies eine immense Herausforderung. Das auf dem Cover abgebildete Rohrschachtest-Bild mit dem Zusatz ‚What do you see?‘ macht die Problematik der jeweils unterschiedlichen Sichtweise und Deutung ebenfalls visuell deutlich.
Musikalisch heißt dies, sich auf neue Wege einzulassen, andere Musiker in das Geschehen einbinden und gemeinsam neue Klänge zu entwickeln. 
So haben sich Eike Wulfmeier und Michael Gudenkauf aufgemacht einen gemeinsamen Weg zu beschreiten. Die erste Reise - so ist es auch im Digipack nachzulesen - hat sie mit dem niederländischen Gitarristen Jesse van Ruller und dem deutschen Schlagzeuger Christian Schonefeldt zusammen gebracht. 
 
Gemeinsam hat das Quartett die ‚Personality Standards Vol. 1‘ eingespielt. Acht Stücke, die das spielerische Können an Gitarre, Klavier, Bass und Schlagzeug vereint, wobei nie das gleiche Instrument im Fokus steht. 
 
Das dynamische Wechselspiel von Gitarre und Klavier, unterstützt von Bass und Schlagzeug, wobei letzteres auch partiell die Führung übernimmt, weiß den Hörer schon im Opener „Little Loose Ends“ mitzunehmen. Etwas getragener geht es dann mit „April“ weiter. Beim folgenden ‚Perpetuum Delirium‘, übernehmen zunächst markante Bassläufe die Regentschaft, um erst nach und nach von Melodien der anderen Instrumente abgelöst zu werden. 
Jedes weitere Stück, ob „Beyond Speaking“ oder „Zeitlupe“ hat seine eigene Struktur und lässt im improvisierenden Spiel der Musiker andere Nuancen in den Vordergrund rücken, sodass es immer etwas zu entdecken gibt. Neben weitgehend eigenen Kompositionen finden sich auch Jazz-Standards, die das Themenfeld „Personal Standards“ abrunden.
 
Acht unterschiedliche Stücke, die zusammen trotzdem eine Einheit bilden und den Hörer mit zuweilen temporeichen, zuweilen aber auch getragenen oder verträumten Melodien und Improvisationen zu fesseln wissen. 

Ein Album, das das Jahr 2019 für Jazz-Freunde hochkarätig einleitet.
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