Der letzte Tag der Schöpfung

Der letzte Tag der Schöpfung Hot

Michael Brinkschulte   27. August 2019  
Der letzte Tag der Schöpfung

Rückentext

Rätselhafte Funde im Mittelmeerraum veranlassen die Amerikaner in den 1980er Jahren, das ehrgeizigste Projekt aller Zeiten in die Tat umzusetzen. Das „Chronotron“ soll amerikanische Soldaten über 5 Millionen Jahre in die Vergangenheit katapultieren, um dort den Arabern das Öl wegzupumpen und für die Gegenwart der 80er Jahre zu sichern. Doch die Soldaten müssen feststellen, dass nicht nur die Amerikaner auf diese Idee gekommen sind. Gestrandet in einer fremden Welt, müssen sie sich einer schrecklichen Wahrheit stellen.

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
9,0
Atmosphäre 
 
9,0
Sprecher 
 
10,0
Soundtrack 
 
9,0
Aufmachung 
 
--
Gesamtwertung 
 
9,3

Wie ist das Hörspiel umgesetzt?
 
Mit 24 Sprechern, darunter Gordon Piedesack als Erzähler, der die Handlung zusammenhält, wurde dieses Hörspiel aufgenommen, das von Dirk Hardegen aus der Romanvorlage konzipiert wurde. Regie führte Marc Schülert, der auch den Schnitt des Endproduktes übernahm. Zudem ist er zusammen mit Michael Donner für die Musik verantwortlich, die im Hörspiel für Atmosphäre sorgt.
 
Die Kombination aus namhaften Sprechern und einem gut eingebundenen Soundgewand zahlt sich hier besonders aus. Die Empfehlung geht, wie auch im am Ende stehenden ‚Making of‘ benannt wird, klar dahin, sich das Hörspiel mit Kopfhörer anzuhören, um alle Nuancen erfassen zu können. Die geschaffene Atmosphäre wirkt dadurch noch intensiver. Das ‚Making of‘ findet sich übrigens nur auf der CD-Veröffentlichung und umfasst neben der normalen Spielzeit von 147 Minuten fünf zusätzliche informative Minuten.
 
Da mir nur das Coverbild vorliegt und ich das auf zwei CDs untergebrachte Hörspiel als Download gehört habe, kann ich keine genauere Aussage zur sonstigen Ausstattung (Booklet und Backcover) treffen. Die Coverabbildung zeichnet sich dadurch aus, dass sie verschiedene Nuancen der Handlung aufgreift und erst durch genaueres Hinschauen alle Teilaspekte entdecken lässt.
 
 
Resümee:
 
Die Story dieses Hörspiels, das mit viel Liebe zum Detail und für Stimmungen produziert wurde, bietet einen Science-Fiction-Plot, der andere Genres streift. Die preisgekrönte Romanvorlage aus der Feder von Wolfgang Jeschke schildert die Idee im Rahmen einer Zeitreise dafür zu sorgen, dass die Verhältnisse in der Ölversorgung zu Gunsten einer Weltmacht zu verändern. Menschen werden in die Vergangenheit geschickt, um weit in der Vergangenheit eine Pipeline zu bauen. Menschen treten diese Reise an, in der Annahme, dass sie einige Jahre in der Vergangenheit arbeiten und dann wieder zurückkehren und in der Gegenwart leben werden. Doch das böse Erwachen bei Ankunft am Zielort stellt alles in den Schatten, was man sich an negativen Entwicklungen vorstellen kann. 
 
Ich möchte hier nicht zu viel vorweg nehmen und gehe nicht weiter auf die Ereignisse ein, die das Hörspiel schildert. Vielmehr möchte ich darauf eingehen, wie intensiv die Hörspielmacher sich mit der Schaffung einer wechselhaften Atmosphäre auseinander gesetzt haben. Dies gelingt einerseits durch den gut eingesetzten Erzähler, der den Hörer in die Ereignisse und die Rahmenhandlung hinein zieht. Darüber hinaus erleben wir in den Dialogszenen hautnah mit, wie die Protagonisten mit der unerwarteten neuen Situation konfrontiert werden und erleben Schock, Trauer und Unglauben. Dabei vermittelt das Hörspiel die tiefgründige Handlung, die dem Hörer genaues Zuhören abverlangt und zum Weiterdenken anregt.
 
Ein Science-Fiction-Abenteuer-Hörspiel, das auf einem Roman aus dem Jahr 1981 fußt und thematisch viele aktuelle Querbezüge aufgreift. 

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