Verbindungen Hot

Nico Steckelberg   19. November 2017  
Verbindungen

Rückentext

Alan Cormack hat alles. Ein schnelles Auto, eine atemberaubende Freundin und die Gunst seines Vaters. Ihm kann nichts passieren er fühlt sich unsterblich. Selbst in dem Augenblick, als er einen Verkehrsunfall verursacht, der eine Schwerverletzte zur Folge hat. Alan kommt ohne Konsequenzen davon. Alles ist perfekt. Doch dann spricht Rachel Morgan, eine Journalistin der Palm Beach Post, ihn an und konfrontiert ihn mit den vergangenen Taten. Alan hat Verbindungen gefährliche Verbindungen und die werden alles daran setzen, um sich und Ihresgleichen zu schützen. Selbst vor Mord schrecken sie nicht zurück ...

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
8,0
Atmosphäre 
 
8,0
Sprecher 
 
8,0
Soundtrack 
 
9,0
Aufmachung 
 
9,0
Gesamtwertung 
 
8,4

Es klingt ein bisschen wie aus der düsteren Schickimicki-Drogen-Kids-Welt des Bret Easton Ellis. Alan ist ein Sohn aus gutem Hause und lebt seinen Luxus in vollen Zügen aus. Das führt zur absoluten Selbstüberschätzung. Kein Wunder, denn das Macht-Netzwerk, dem auch sein Vater angehört, boxt ihn mit Leichtigkeit aus jeder schwierigen Situation heraus. Problematisch wird es erst, als eine Journalistin versucht, eine seiner Verfehlungen aufzudecken.

Thomas Tippner ist der Autor dieser Folge. Er schafft es ganz hervorragend, den Hörer in die Alans Kreise eintauchen zu lassen. Die Bedrohung einerseits durch die machtvolle „Verbindung“, auf der anderen Seite durch die mögliche Offenlegung seiner Verfehlungen ist stets gegenwärtig. Allein das Erkennungsmerkmal, der Satz „Rapunzel ist ein schönes Kind“ wirkt hier wie ein roter Faden und ein Trigger für das Empfinden von Unwohlsein.

In der Hauptrolle ist Tobias Schmidt zu hören, der insbesondere zu Beginn des Hörspiels eine ordentliche Portion Hochnäsigkeit in sein Spiel einzubauen weiß. Das ist gerade am Anfang vielleicht ein bisschen „too much“, aber Schmidt bekommt den Schwenk in die anderen Charakterfacetten gut hin. Richtig genial ist einmal mehr das Hörspiel-Urgestein Norbert „Magnum-He-Man“ Langer, der gerade durch seine warme, freundliche Stimme ganz besonders bedrohlich in seiner Rolle als Alans Vater rüberkommt. Als Konterpart ist Christine Pappert zu hören, die hier als Underdog gegen die mächtige Verbindung kämpft, eine Rolle, die sie echt gut umsetzt.

Der Soundtrack weiß wieder einmal zu gefallen. Auch das Coverbild passt wie die Faust aufs Auge. Es zeigt eine leicht verschwommene Justizia, die ja eigentlich als die unbeeinflussbare Personifikation der Gerechtigkeit gilt. Ein ironischer Seitenhieb, geht es in diesem Thrillerhörspiel im Wesentlichen um das Aushebeln von Recht und Gesetzt durch die Spielweisen von Macht und Geld.
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