fünf nach acht Hot

Michael Brinkschulte   24. September 2019  
fünf nach acht

Rückentext

Immer am Dienstagabend um 5 nach 8 Uhr nimmt sich Harry Ossmann in seiner Radioshow den Sorgen und Problemen seiner Anrufer an. Er hört ihnen zu, muntert auf und gibt Ratschläge.
 
Doch als der junge Emile anruft und Harry mit seinem Ekel gegenüber der Welt und dem Leben konfrontiert gelangt der Moderator nach und nach an seine Grenzen und sein scheinbar gefestigtes Weltbild beginnt zu wanken.
 
Ossmann wird mit seinem eigenen Versagen, sowie Ängsten konfrontiert und ist nun gezwungen dem rhetorisch überlegenen Emile Paroli zu bieten.
 
Doch sein junger Anrufer scheint ihm stets einen Schritt voraus zu sein.

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
9,0
Atmosphäre 
 
9,0
Sprecher 
 
9,0
Soundtrack 
 
9,0
Aufmachung 
 
7,0
Gesamtwertung 
 
8,6

Wie ist das Hörspiel umgesetzt?
 
Wolfy-Office präsentiert ein von Autor und Regisseur Diddi Meyer mit Hilfe von 13 Sprechern eingespieltes rund 90 minütiges Psycho-Hörspiel. Hervorzuheben sind die beiden Sprecher der Protagonisten Tobias Häusler und Sven Gielnik, die eine mitreißende Atmosphäre aufbauen.
Die Coverdarstellung auf der Coverkarte lässt zwar eine düstere Handlung erahnen, doch wird erst nach und nach der Zusammenhang mit dem Hörspielplot deutlich. Auf der Rückseite der Coverkarte sind die Sprecher verzeichnet.
 
 
Resümee:
 
Eine Radiosendung, bei der der Moderator den Anrufern hilft. Eine Ausgangssituation, die an Radio-Talker Domian erinnert. Doch einen solchen Fall wie der Moderator in diesem Hörspiel hat es in dessen Sendung nie gegeben. Ein junger Mann ruft an und verwickelt den nichts ahnenden Harry in das Gespräch seines Lebens, bei dem es im Anschluss um Leben und Tod geht.
Spannungsvoll inszeniert kommt Anrufer Emile stellenweise so rüber, als würde er seine Geschichte seinem Telefonpartner Harry vorlesen, so versiert ist die sprachliche Ausdrucksweise, die man bei einem einfachen Telefonanruf nicht erwarten würde. Doch gerade dieser Kontrast baut zusätzlich Stimmung auf, die den Hörer daran zweifeln lässt, ob Emile ernst macht oder Harry nur vor sich her treiben will.
 
Am Ende dieses Hörspiels gibt es dann … Aber das soll nicht verraten werden. 
 
Ein mitreißendes Hörspiel, das nichts für schwache Nerven ist und in den Beschreibungen über das übliche Maß hinaus geht. Daher wohl auch der Verbraucher Hinweis auf dem Backcover „harte Sprache“.
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