Durch Wüste und Dschungel

Durch Wüste und Dschungel Hot

Michael Brinkschulte   20. September 2015  
Durch Wüste und Dschungel

Rückentext

Um auf den Mahdi Druck auszuüben, halten die Engländer in Port Said die Schwester des Mahdi gefangen. Dennoch gelingt es ihr, mit Mahdisten einen Befreiungsplan auszuarbeiten. Die beiden Kameltreiber Gebhr und Idrys sollen die Kinder Stas und Nel Rawlison, deren Väter als Ingenieure in El Fajum Kanäle bauen, entführen und einen Austausch erreichen. Der Plan gelingt, nicht zuletzt mit Hilfe des Dieners Chamis, der mit dem Mahdi verwandt ist und dem für diesen Dienst eine hohe Belohnung zugesichert wird. Ein Sandsturm macht die Hoffnung der Väter zunichte, den Entführern zu folgen. Nach einem missglückten Fluchtversuch werden die Kinder nach Omdurman gebracht, wo Stas dem Mahdi vorgeführt wird. Der Grieche Kaliopuli, als Dolmetscher für den Mahdi unentbehrlich, will den Kindern helfen. Doch da die Gefangene der Engländer inzwischen freigelassen wurde, sind die Kinder für den Mahdi ohne Interesse. Zwar sollen sie nach Faschoda gebracht werden, doch Gebhr und Idrys, von der geringen Belohnung enttäuscht, beschließen, Nel und Stas aus dem Weg durch die Wüste einfach umzubringen ...

Henryk Sienkiewicz (1846-1916), der polnische Romancier und Novellist, wurde vor allem durch seinen 1896 geschriebenen Roman „Quo vadis?“ weltweit bekannt. Weitere populäre Romane sind „Die Sintflut“ (1886), „Die Kreuzritter“ (1900) und „Durch Wüste und Wildnis“ aus dem Jahre 1911. Die Abenteuer des polnischen Knaben Stas und des englischen Mädchens Nel haben vor allem wegen der menschlich anrührenden Erzählweise ihren festen Platz in der Weltliteratur. Hierzu sollte man wissen, dass die Geschichte auf einer wahren tragischen Begebenheit beruht: Der polnische Ingenieur Ganiusz, ein Freund des Schriftstellers, arbeitete am Bau des Suez-Kanals und lebte viele Jahre in Port Said. Abessinische Sklavenhändler entführten während dieser Zeit seinen einzigen Sohn, der nie wieder gefunden wurde. In den 1930er Jahren erwarben die Amerikaner die Verfilmungsrechte des Buches, an dem deutsche und italienische Filmproduktionen ebenfalls interessiert waren. Aber alle Verfilmungspläne scheiterten an der extrem hohen Finanzierung. Erst 1968 nahm die Verfilmung in Polen in Zusammenarbeit mit der staatlichen Korporation für Film, Sudan das Projekt in Angriff. Man drehte insgesamt drei Jahre von April 1970 bis Februar 1973 an Originalschauplätzen in Kairo und Umgebung sowie in Assuan, Khartum, Dilling und Juba. Einzig die Szenen mit einem Löwen, der im ersten Teil die Befreiung der Kinder und Sklaven ermöglicht, sowie die Episode mit dem Elefanten im zweiten Teil, entstanden in Bulgarien.

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
9,0
Atmosphäre 
 
9,0
Darsteller 
 
8,0
Soundtrack 
 
7,0
Aufmachung/Extras 
 
6,0
Gesamtwertung 
 
7,8

Mit imposanten Bildern von Originalschauplätzen überzeugt diese Verfilmung, die auf dem Roman ‚Durch Wüste und Wildnis‘ aus der Feder von Henryk Sienkiewicz aufbaut. Die Abenteuer der beiden Kinder Stas und Nel werden bildgewaltig geschildert. Stellenweise wird auf Synchronisation der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen verzichtet, denen die beiden Kinder begegnen, sodass sich die Geschehnisse für den Zuschauer nur aus den folgenden Handlungen erschließen.
Auf zwei DVDs wird die Geschichte mit 185 Minuten Gesamtspielzeit geboten. Die deutschsprachige Synchronfassung liegt in Dolby Digital 2.0 vor. Die Bildqualität ist altersgemäß.

Wer Abenteuerfilme und Literaturverfilmungen im Besonderen mag, ist hier genau richtig. Die Umsetzung erfolgt nah am Ursprungswerk und lässt dem Zuschauer viel Raum eigene Gedanken anzustrengen.

Als Bonus sind auf der ersten DVD einige Trailer zu finden.

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