Die Klage des Friedens

Die Klage des Friedens Hot

Michael Brinkschulte   15. April 2017  
Die Klage des Friedens

Buch-Tipp

Anzahl Seiten
192
Verlag
Erscheinungsjahr

Rückentext

„Die Klage des Friedens“ ist eines der ersten Manifeste des Pazifismus und wurde von Erasmus 1517 verfasst, anlässlich eines geplanten europäischen Fürstentreffens, das jedoch nie stattfand. Er lässt darin die Friedensgöttin Pax zu Wort kommen. In der ersten Person bringt sie eine Klage vor und zeigt Mittel und Wege zur Wahrung von Freiheit und Frieden auf.

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
10,0
Atmosphäre 
 
9,0
Aufmachung 
 
9,0
Gesamtwertung 
 
9,3

Mit einer Darstellung der Anfangsseite der „Querela Pacis“, wie das Werk im lateinischen Original betitelt ist, die mit Holzschnittornamentik geschmückt ist, wird das Buch eingeleitet. Darauf folgt eine ‚historische Einleitung‘ aus der Feder der Übersetzerin Brigitte Hannemann, die das Werk in den Kontext seiner Zeit einordnet und dem Leser den historischen Rahmen transparent macht. Im Anschluss daran folgt der eigentliche Text von Erasums von Rotterdam, der die Göttin Pax in sprachlicher Intensität ihre Klage vortragen lässt.
Abgeschlossen wird das gebundene Büchlein von einem Nachwort von Stefan Zweig, der schon in den ersten Sätzen herausstellt, dass Erasmus von Rotterdam nicht zuletzt aufgrund der in Latein verfassten Texte, vielfach nicht mehr die Bekanntheit hat, die ihm eigentlich zukommen müsste. Und damit hat er Recht, denn die Aussagen und Anklagen, die Erasmus im Jahr 1517 in seinem Text verfasste stellen auch bei heutiger Betrachtung die Aktualität in den Fokus. 
Kritik an Gesellschaft, Religion, Rechtsprechung, Politik und mehr wird laut und viele Aspekte lassen sich auf heutige Geschehnisse übertragen.
 
Ein tiefgründiger Text, der auch Jahrhunderte nach seiner Entstehung beeindruckt und zum Nachdenken anzuregen weiß. In der dargebotenen Form sinnvoll ergänzt durch Vor- und Nachwort.
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