Versions Of The Truth

Versions Of The Truth

Alina Jensch   07. Juli 2021  
Versions Of The Truth

Musik

Interpret/Band
Label
Veröffentlichungs- Datum
04. September 2020
Format
  • CD
  • Vinyl

Hörspiegel-Meinung

Gesamtwertung 
 
9,0

Einen aktuelleren Titel hätten THE PINEAPPLE THIEF für ihr neues Album wirklich nicht wählen können. Doch „Versions of the Truth“ trifft nicht nur den gesellschaftlichen Zeitgeist, sondern beschäftigt sich auch mit zwischenmenschlichen Konflikten auf persönlicher Ebene.

Mit „Demons“, „Break it All“, „Versions of the Truth“ und „Driving Like Maniacs“ wurden im Vorfeld gleich vier Singles veröffentlicht, um die Wartezeit auf das Album zu verkürzen und schon anzudeuten, wohin die musikalische Reise geht. 
Nach den kontinuierlich großartigen Alben der Vergangenheit sind die Erwartungen hoch und werden wie gewohnt nicht enttäuscht: Ein ums andere Mal muss die technische Qualität der Band betont und gelobt werden. Geschmack hin oder her, es klingt einfach immer alles gut!

Musikalisch kommt „Versions of the Truth“ insgesamt etwas ruhiger und intimer daher als etwa der Vorgänger „Dissolution“. Der Fokus liegt verstärkt auf einer atmosphärischen Grundstimmung und subtiler Emotionalität. Zugegeben, einzeln haben mich die Singles anfangs nicht in den Bann gezogen – als Puzzleteile des Albums macht das Ganze dann aber Sinn (passend dazu findet sich der Song „Stop Making Sense“...) und nur allzu leicht verliebt man sich in die wunderschönen Melodien, die THE PINEAPPLE THIEF auf diesem Album zaubern. 
Hier und da wird es zwar auch mal etwas härter mit dröhnenden oder verzerrten Gitarren und coolen Riffs, der düstere und traurige Beigeschmack versteckt sich aber eher in den leisen Tönen.
Stilistisch bewegt sich „Versions of the Truth“ etwas weg von dem, was gemeinhin als Prog aufgefasst wird und das musikalisch Unerwartetste sind die spacige Soundeinlage in „Break it All“ und der Marimbaeinsatz in sowohl „Versions of the Truth“, als auch „Stop Making Sense.“ Letzteres kann mich nicht überzeugen, schadet dem Gesamtwerk aber auch nicht.

Zusammenfassen lässt sich „Versions of the Truth“ als schönes, rundes Album mit der richtigen Stimmung für Herbstwetter und Weltlage; mit Texten über Verständnislosigkeit, Enttäuschung, Reue und auch etwas Wut, in denen sich jeder wiederfinden wird. 

Anspieltipps: „Driving like Maniacs“ und „The Game“
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