Eternity Hot

Nico Steckelberg   04. August 2019  
Eternity

Musik

Interpret/Band
Veröffentlichungs- Datum
26. Juli 2019
Format
  • CD
  • Download
Anzahl Medien
1
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Hörspiegel-Meinung

Gesamtwertung 
 
8,0

Seit 1990 existiert die deutsche Gothic-Rock-Formation „Garden of Delight“ nun schon, und es gab immer mal Zeiten, in denen man die Notenbücher für immer schließen wollte. Doch irgendwie schafften es Michael Jung und seine Mitstreiter nicht ohne. Gut so, möchte man meinen, wenn man das neue Album „Eternity“ hört. 

Es sind keine eigenen Machwerke, die diesmal das Album schmücken. Es sind die wichtigsten Songs aus den frühen Tagen der Band, die Garden of Delight hier im ureigenen Soundgewand vortragen:

Da ist beispielsweise Johnny Cash dabei, und tatsächlich klingen einige der Songs so ursprünglich und reduziert wie die von Rick Rubin produzierten American-Alben. In anderen Tracks, wie beispielsweise „Fire“, dem „Teufelslied“ oder XXX schwingt ein fröhlicher oder verträumter Hauch Irish und Celtic Folk mit, gern auch mal mit Banjo und Fiddle. Besonders schön ist die Geigenarbeit bei „The Ballad of Rob the Taylor“. Und der Achtziger-Hit „Shout“ von Tears for Fears klingt wie eine melancholische Cyberpunk- Ballade mit engelsgleichem Kinderchor – höchst atmosphärisch! Recht mainstreamige Ausflüge gibt es ebenfalls, wie beispielsweise mit dem Song „Camouflage“ oder einem „Hurt“ (Nine Inch Nails), das produktionstechnisch durchaus auch von einem Simple Minds- oder Mike and the Mechanics-Album stammen könnte.

„Eternity“ ist vor allem bunt, bunt in seiner Mischung und Stimmung. Beschwingt im Tempo, aber immer auch wieder melancholisch und zurückhaltend. Es ist ein schönes Album, das die eigenen Wurzeln der Band sehr behutsam und kreativ spiegelt. Etwas altbacken klingt es vielleicht, aber dafür sprengt es jegliche Grenzen, die man von Gothic-orientierter Musik vielleicht erwarten könnte.
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