A Darker Kind Of Black

A Darker Kind Of Black Hot

Alina Jensch   12. März 2016  
A Darker Kind Of Black

Musik

Interpret/Band
Unter-Genre
Veröffentlichungs- Datum
18. März 2016
Format
CD
Anzahl Medien
1

Hörspiegel-Meinung

Gesamtwertung 
 
6,0

Der erste Gedanke beim Anblick des fünften Albums der hessischen Gothic Rocker war „Was, die gibt’s noch!?“ – verständlich, schließlich liegt die letzte Veröffentlichung von DAS SCHEIT schon gut acht Jahre zurück. Tatsächlich feiert die Band in diesem Jahr trotz personeller Veränderungen ihr 20-jähriges Bestehen und kehrt nun mit „A Darker Kind Of Black“ aus der Gruft der Vergessenheit zurück.

Die Scheibe kommt mit 12 musikalisch recht abwechslungsreichen Stücken inklusive zwei Coversongs – mehr dazu gleich – und macht mit 50 Minuten Spieldauer fast das gute alte CD-Format voll. Der Albumtitel stellt recht hohe Ansprüche und erinnert an eine Zeit in der jeder dunkler, düsterer und dramatischer sein wollte als alle anderen. Es wird immer Teil des Musikgeschäfts sein, dass das Image stellenweise schwerer wiegt als die eigentliche Musik, aber ich habe doch den Eindruck, dass sich zumindest die inhaltlichen Schwerpunkte der in diesem Fall dunklen Szene verändert haben. 

Der erste Verdacht wird bestätigt, denn gleich der erste Song „Sick“ erinnert an beispielsweise frühe DEATHSTARS mit seinem club-tauglichen Keyboard-Unterbau und vollen, rockigen Gitarrensound gepaart mit verzerrtem Krächz-Gesang. Insgesamt kommt das Album eher rockig als heavy rüber und ist doch thematisch sehr von Liebe, Herzschmerz und Verzweiflung geprägt – voller Dramatik präsentiert von einem innerlich zerrissen scheinenden Sänger, weinenden Gitarren, klischeehaften Textzeilen und zwischendurch aufflammenden Impulsen von Wut sieht man sich hier wirklich einem „blast from the past“ gegenüber. 

...Bis man vom zehnten Song aus seiner Nostalgie gerissen wird, denn hier handelt es sich um ein Cover des Rihanna-Hits „S&M", das sich offensichtlich selbst nicht so ganz ernst nimmt und in seiner Beklopptheit wahrlich großartig ist. Ich zweifle zwar daran, dass sich das Cover als (Szene-)Clubhit etablieren wird; unterhaltsam ist es aber allemal. 
Auch der nachfolgende Song „At The Crossroad“ hebt sich mit seinen gregorianischen Gesängen vom Rest des Albums ab, stellt aber einen angemessenen Abschluss dar.
Wäre da nur nicht der Bonustrack „Hollow 2.0“ welcher als Jazz-Coverversion von „Hollow“ vom letzten Album der Band die Ohren bluten lässt.

DAS SCHEIT präsentieren uns mit „A Darker Kind Of Black“ nichts neues und brühen altbekannten Gothic Rock Kitsch der sich selbst beweihräuchernden Art nochmal auf – das aber mit einer gut gelungenen Produktion und abwechslungsreich genug, dass Freunde jener musikalischen Epoche bei diesem retro Werk zugreifen dürfen. 

Abschließend ist vielleicht noch ganz interessant, dass DAS SCHEIT mit diesem Album einen musikalischen Beitrag zum Independent Horror/Psychodrama „The Secrecy“ von Nachwuchsregisseur Kevin Wloczyk leisten.
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