Avantgarde

Avantgarde Hot

Alina Jensch   27. September 2016  
Avantgarde

Musik

Interpret/Band
Veröffentlichungs- Datum
07. Oktober 2016
Format
CD
Anzahl Medien
1
Bandwebsite

Hörspiegel-Meinung

Gesamtwertung 
 
7,0

Nicht einmal ein Jahr ist seit der Veröffentlichung des letzten Albums „D.A.R.K. -In the name of evil-“ vergangen, da präsentieren uns die Japaner schon ihr nächstes, neuntes Studioalbum „Avantgarde“.

Enthalten sind 12 Stücke mit einer Spielzeit von etwas unter einer Dreiviertelstunde und schnell fällt auf, dass „Avantgarde“ insgesamt weniger düster ist als das Vorgängeralbum.
Nach einem Intro mit zarten Industrial Einflüssen wartet „Evidence“ mit bretternden Gitarren und Growls, abgewechselt mit ergreifenden Melodien und eingängigen clean Gesangspassagen auf. Also im Prinzip das, was man von der Nagoya-Kei Band schon kennt und was die Herren auch sehr gut können.
Was bei diesem zweiten Stück aber schon deutlich wird und sich leider durch das gesamte Album zieht ist der ausbaufähige Sound. Den härteren Passagen fehlt irgendwie der Arschtritt und die Gitarren hätten mehr Wucht gut vertragen. Das klang auf dem letzten Album alles etwas besser!

Dafür bietet „Avantgarde“ sehr viel Abwechslung, auch wenn sich das meiste im mid-tempo Bereich bewegt. 
Dazu gehört auch das wohl eingängigste Stück der Scheibe, „F.A.K.E.“, welches schon vorab veröffentlicht wurde und mit seinen brachialen Gitarrenriffs, dem guten Drive und dem vielseitigen Gesang zu beeindrucken weiß. Definitiv der „Hit“ dieses Albums.
Dem Albumtitel gerecht werden auch einige Stücke auf dieser Scheibe – etwa „Unelma“, „Killing Cult“ oder „Needlez“, die allerhand musikalische Stilrichtungen in sich vereinen, garniert mit Tempowechseln und unerwarteten Breaks.
„Damned“ und „The Outrage Sexuality“ gehören neben "Evidence" zu den härteren Stücken des Albums und verbinden, so ganz typisch lynch., derben Gitarrensound mit emotionalem Gesang und melodischen, catchy Refrains. 
Und natürlich dürfen auch Balladen auf diesem Album nicht fehlen, wobei „Phantom“ hierbei atmosphärischer ist als „Farewell“ und den Hörer wirklich mitreißt.

Insgesamt ist lynch. mit „Avantgarde“ (mal wieder) ein gutes Album gelungen, das gewohnt melancholisch aber einen Ticken weniger hart und düster und dafür alternativer ist.
Die Downloadversion des Albums ist übrigens bereits seit dem 14. September erhältlich.
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