Judgement Days           Hot

Nico Steckelberg   03. Mai 2015  
Judgement Days

Musik

Interpret/Band
Veröffentlichungs- Datum
29. Mai 2015
Format
CD
Anzahl Medien
1

Hörspiegel-Meinung

Gesamtwertung 
 
10,0

Scheiße, dieser Mensch muss doch einfach aus den Südstaaten kommen, so wie der klingt!? Aber weit gefehlt, denn was hier wie ein schwüler, nach Cajun-Küche duftender Hitzeschwall vom Holzkohlegrill des Mississippi-Deltas aus den Lautsprecherboxen röhrt, ist der Hamburger Sound von Daniel Welbat und seiner Band WELLBAD.

Hörspielfans kennen den Sänger, Komponisten und Multiinstrumentalisten als häufigen Gast bei der einen oder anderen Hörspielepisode von „Die drei ???“, „Ein Fall für TKKG“, „MindNapping“ und Co. Kein Wunder, denn schon seine Eltern Douglas Welbat und Katja Brügger haben sich seit den Achtzigerjahren mit ihren Stimmen in die Ohren vieler junger Hörer gebrannt und wissen noch heute regelmäßig in der Sprecherkabine zu überzeugen. Apropos überzeugen: Wie die Eltern, so der Sohn.

Was Daniel Welbat hier an Eigenkompositionen auf eine CD packt, hat sich gewaschen. „Judgement Days“ ist verdammt guter Blues Rock. Dass der gute Mann gerade mal Mitte 20 sein soll, halte ich für ein Gerücht. Zumindest seine Singstimme klingt, als sei sie mindestens 50 3/4 Jahre lang mit dem besten Burbon gepflegt worden. Und die Songs sind so rotzig, groovy, gefühlvoll und bewegend, dass sie an den besten Stellen locker mit Tom Waits mithalten können. Aber was für ein hinkender Vergleich, denn schlechte Stellen gibt es hier nicht wirklich. Immer, wenn man denkt: Komm, jetzt kannste mal wieder was anderes reinmachen, bringt Welbat eine Überraschung nach der nächsten. Man will einfach immer mehr davon hören.

So! Und genau das mache ich jetzt. Ich höre diese Scheibe noch mal. Was machen Sie so den Rest des Abends?

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