2084 Hot

Ecke Buck   14. Dezember 2019  
2084

Musik

Interpret/Band
Label
Format
CD
Anzahl Medien
1
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Hörspiegel-Meinung

Gesamtwertung 
 
6,0

Es ist schon nicht so leicht, sich von einem Image als gefeierter Schlagersänger zu lösen und ein neues musikalisches Image auf die Beine zu stellen. Erst recht nicht, wenn die alten Songs noch heute in jeder Dorfdisko gespielt werden, sobald der Pegel stimmt. Ein ernst zu nehmender Künstler geht unter diesen Voraussetzungen durch die Hölle, Hölle, Hölle, Hölle.

Vergeben, vergessen, denn Wolfgang Petry ist fortan Pete Wolf und spielt Classic Blues Rock mit englischen Vocals. Ob es ihm gelingt, sich von seinem früheren Image zu distanzieren, weiß‘ der Geier oder weiß‘ er nicht. Denn sicherlich dürften sich seine früheren Fans auch für sein neues Werk interessieren. Nicht, weil es so schlagermäßig klingt – ganz und gar nicht – sondern, weil der Typ dahinter nun einmal derselbe ist: Ein Power-Mensch mit klaren Statements! Ganz oder gar nicht scheint nach wie vor sein Motto.

Pete Wolfs Thema ist der globale Wandel, es geht um die Kostbarkeit von Ressourcen wie Wasser, darum, dass die Politik wenig tut, um den Planeten zu retten. Der Himmel brennt, und Pete Wolf verarbeitet all das in seinen neuen Songs.

Das ist Wahnsinn, wie Pete Wolfs Songs hier durchaus auch mal nach Hard Rock oder teilweise sogar nach Legenden wie Tom Waits klingen. Es ist ein bodenständiges, ernstes Album. Du bist ein Wunder, so wie ein Wunder, lieber Wolfgang. Leider phasenweise auch recht Ich-Bezogen, denn der Opener hat eigentlich nur zum Inhalt, dass Pete Wolf nun jemand anderes ist, mit anderem Namen und anderen Zielen. Das ist ja legitim, aber in der Machart auch etwas aufgesetzt.

Scheißegal, musikalisch und inhaltlich ist die Pete Wolf Band weit weg von dem, was „Wolle“ früher so getrieben hat. Insofern kann sich das Album hören lassen. Ganz gecatcht hat es mich aber auch nicht. 
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