Verdammnis Hot

Nico Steckelberg   14. Februar 2012  
Verdammnis

Rückentext

Zweiter Teil der Millenium-Trilogie

Mikael Blomkvist recherchiert in einem besonders brisanten Fall von Mädchenhandel, die Hintermänner bekleiden höchste Regierungsämter. Als sein Informant tot aufgefunden wird, fällt der Verdacht auf Blomkvists Partnerin Lisbeth Salander. Eine mörderische Hetzjagd beginnt.
Der neue große Roman des preisgekrönten Bestsellerautors Stieg Larsson.

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
9,0
Atmosphäre 
 
10,0
Sprecher 
 
10,0
Soundtrack 
 
9,0
Aufmachung 
 
7,0
Gesamtwertung 
 
9,0

Nachdem Stieg Larsson mit seinem ersten Millennium-Teil „Verblendung“ noch einen hervorragenden nordischen Serienkiller-Thriller geschrieben hatte, legt er mit „Verdammnis“ einen ganz anderen Roman vor. Das Millennium-Magazin möchte das Thema Zwangsprostitution in Schweden fokussieren und baut dabei auf die Recherchen eines jungen Journalistenpaars zurück, das sich nicht davor scheut, auch die Namen involvierter Amtsträger zu nennen. Als die beiden ermordet werden, wird es auch für Millennium-Redakteur Mikael Blomkvist brenzlig. Während dessen kehrt auch Lisbeth Salander nach Schweden zurück. Sie hilft Blomkvist dabei, eine zentrale Figur im Umfeld der Zwangsprostitution ausfindig zu machen: Zala. Blomkvist weiß noch nicht, dass Zala auch eine zentrale Rolle in Lisbeths Leben spielte.

Das zweite Hörspiel des WDR, das Larssons Trilogie aufgreift, steht Teil 1 in nichts nach. Unter der Regie von Walter Adler entsteht ein cineastisches Hörerlebnis, das zwar mit weniger Action auskommt als Teil 1, dafür aber stärkere Aha-Erlebnisse bietet. Denn es kommen am Ende einige Erzählstränge zusammen, Aspekte aus Teil 1 werden wieder aufgenommen. Prima.

Auch dieser mittlere Teil der Hörspiel-Trilogie ist durch seine guten Sprecher geprägt. Ulrich Matthes als Erzähler ist ein Goldgriff. Anna Thalbach in der Hauptrolle der Lisbeth Salander passt wie die Faust aufs Auge. Das Stimmspiel von Gennady Vengerov als Zalatschenko und Martin Reinke als Roland Niedermann lässt einem einen kalten Schauer über den Rücken laufen. Die Musik von Pierre Oser unterstreicht die dunkle Stimmung und ist niveauvoll arrangiert. Etwas schade finde ich, dass die Erzählerparts ab und an im aktionsreichen Getümmel untergehen.

Fazit: Auch Teil 2 der Trilogie kann mit der Verfilmung gut mithalten. Toll gemachtes Hörspiel.

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