... und die letzte E-Mail

... und die letzte E-Mail Hot

Nico Steckelberg   09. Juni 2013  
... und die letzte E-Mail

Rückentext

Peter St. Yves hat alles genau geplant. Den Ort, die Zeit... auch die passenden Worte hat er sich längst zurechtgelegt. Doch Marilyn Minnings denkt gar nicht daran, ihn zu heiraten, und weist seinen Antrag schroff ab. Am nächsten Morgen ist die junge Frau tot und Peter der Hauptverdächtige in einem Mordfall. Nur Lady Bedfort hält den Mann für unschuldig. Gemeinsam mit Marilyns Mutter und ihrer Schwester Laura nimmt sie die sonstigen Kontakte der Toten unter die Lupe und lernt dabei die Welt der Onlinechats und Internet-Kontaktbörsen kennen. Ein weiterer Verdächtiger ist schnell gefunden. Mit Lauras Hilfe lockt sie ihn in eine raffinierte Falle...

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
9,0
Atmosphäre 
 
8,0
Sprecher 
 
9,0
Soundtrack 
 
8,0
Aufmachung 
 
5,0
Gesamtwertung 
 
7,8

Die Tücken des Internets: Man weiß nie so recht, ob die junge, sympathische Dame, mit der man gerade chattet, nicht in Wirklichkeit ein arbeitsloser Mittfünfziger in Unterhemd und mit Oberlippenbart ist. Doch Chatrooms bergen noch ganz andere Gefahren, nämlich, dass sich die falschen Leute in einen verlieben. Und so kann sich die gut aussehende Marilyn ein Lachen nicht verkneifen, als ihr der von der Natur nicht gerade geküsste Peter St. Yves einen Heiratsantrag macht. Kurz darauf wird Marilyn ermordet aufgefunden. Doch der Mordfall ist nicht die einzige Herausforderung für Lady Bedfort, die alsbald die Ermittlungen aufnimmt. Sie benötigt zunächst einen Crashkurs in Sachen Internet, bei dem ihr die Schwester der Ermordeten gern unter die Arme greift.

Der Fall „Die letzte E-Mail“ fängt ziemlich schräg und komisch an (Stichwort „Vermeintliche Homoehe“), entwickelt sich dann aber doch sehr schnell zu einer spannenden Ermittlungssache, in deren Verlauf mehr als eine falsche Fährte gelegt wird. Insbesondere die am Ende der Story gestellte „Falle“ bringt genauso viel Nervenkitzel wie die unerwartet Auflösung Überraschung bereithält.

Die Sprecher gefallen mir gut. Natürlich ist das Stammensemble Margot Rothweiler, Santiago Ziesmer und Bodo Wolf wie immer einmal gut in seinen Rollen verankert. Zudem wird die „Rehabilitation“ des Butlers Max (alias Dennis Rohling) in einer Nebenszene eingeleitet, was darauf hindeutet, dass dieses nun voraussichtlich wieder öfter in den Hörspielen auftauchen wird. In den Gastrollen spielt diesmal vor allem Luisa Wietzorek als Laura, die Schwester der Ermordeten, herausragend gut. Der Schlüsseldialog zwischen ihr und ihrer „Mutter“ Brigitte Grothum ist ein kleiner Hörspiel-Gänsehaut-Moment.

Der Soundtrack ist gut, die Sounds gefallen mir ebenfalls. Den Klang für den Eingang einer neuen Chatnachricht sollte sich der Hörplanet patentieren lassen. Die Mischung bzw. das Master erscheint mir insgesamt wieder etwas leise.

Ich finde diese Folge aus der Feder von Frederic Brake gelungen, vor allem wegen der unerwarteten Wendungen und falschen Fährten. Krimifans: Reinhören, und nicht von dem pinkdominierten Titelbild irritieren lassen.

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