Der schwarze Vogel Hot

Nico Steckelberg   16. Juli 2012  
Der schwarze Vogel

Rückentext

Nach dem Erfolg ihres Debütromans taumelt die Autorin Chloe Watson in eine tiefe Krise, denn ihre zweite Erzählung wird von den Kritikern und der Leserschaft verrissen. Ihr Absturz in die Bedeutungslosigkeit ist vorprogrammiert, doch dann entdeckt sie bei einem Spaziergang die Leiche einer jungen Frau. Wäre das nicht der perfekte Aufhänger für einen neuen Roman? Auf eigene Faust beginnt sie zu ermitteln. Ein fataler Fehler…

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
6,0
Atmosphäre 
 
7,0
Sprecher 
 
7,0
Soundtrack 
 
9,0
Aufmachung 
 
8,0
Gesamtwertung 
 
7,4

Chloe Watson hat ihren Erfolg hinter sich, so scheint es. Ihr neues Buch will nicht Fuß fassen. Sie selbst wird geplagt von Tagträumen und Visionen. Und offenbar verschwören sich ihr Mann und ihr Verleger hinter ihrem Rücken. Als sie dann noch eine Frauenleiche findet und einen Bezug zu ihrem Mann Aron herstellen kann, gerät ihre schon vorher nicht mehr ganz heile Welt vollends aus den Fugen.

Franjo Franjkovic (u. a. „Hellboy“) legt eine klassisches Psychothriller-Skript vor, das insbesondere am Ende an Dennis Lehanes „Shutter Island“ erinnert. Soundtechnisch ist es ganz prima umgesetzt. Ich mag den bedrohlichen, insgesamt ruhigen Score von Sebastian Pobot, der hervorragend zur Stimmung der Story passt.

Die Titelrolle wird gesprochen von Kerstin Draeger. Ich habe ihre tolle Sprecher-Leistung wie beispielsweise in Sven Strickers Wallander-Hörspiel „Tod im Paradies“ immer sehr geschätzt. Allerdings empfinde ich die extrem betonte, amerikanische Synchronstimmen-Kinosprache viel zu aufgesetzt. Wobei Kerstin Draeger sicher ihren Job so erledigt hat, wie es von ihr erwartet wurde.
Hinzu kommt eine nicht immer natürliche Sprache der Erzähl- oder Dialogpassagen. Hier gibt es noch etwas Luft nach oben, und das handwerklich prima gemachte Hörspiel wird etwas unrund. In weiteren Rollen sind u. a. Oliver Böttcher, Gernot Endemann und Mia Diekow zu hören.

Für den geübten Mind Napping-Hörer birgt das Ende keine so große Überraschung. Gut ist jedoch, dass man nicht genau weiß, welcher Realität man nun glauben darf.

Fazit: „Der schwarze Vogel“ ist ein ansprechender Psycho-Thriller, der über die gesamte Dauer hinweg überspielt wirkt. Mit gutem Soundtrack und Aha-Effekten im Rückblende-Format.

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