Grau Hot

Astrid Daniels   02. Januar 2012  
Grau

Hörbuch

Autor(en) oder Hrsg.
Erscheinungsjahr
Format
CD
Anzahl Medien
8

Rückentext

Eddie ist jung und optimistisch. Er hat eine exzellente Rotsicht, damit ist er ein gemachter Mann, denn Eddie lebt in einer Welt, in der die Wahrnehmung von Farbe zu einer seltenen Fähigkeit geworden ist. Angenehm ereignislos plätschert sein Leben dahin - bis er sich unrettbar und wider jede Vernunft in Jane verliebt. Denn Jane ist nicht nur geheimnisvoll und wunderbar stupsnasig, sie ist auch komplett farbenblind und gehört damit der gesellschaftlichen Unterschicht an: eine Graue!

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
9,0
Atmosphäre 
 
9,0
Sprecher 
 
9,0
Aufmachung 
 
10,0
Gesamtwertung 
 
9,3

Für mich ist „Grau“ der erste Roman, den ich von Jasper Fforde gehört habe. Zunächst hatte ich Probleme damit Oliver Rohrbeck nicht mit dem pummeligen Juniordetektiv Justus Jonas in Verbindung zu bringen. Doch das war bereits nach den ersten Kapiteln nicht mehr der Fall, und ich war begeistert von seiner routinierten Art die Geschichte zu lesen.

Der große Munsell hat die Welt Chromatopia erschaffen und die Regeln erlassen, die auf uns unsinnig wirken. So darf beispielsweise jeder Bewohner nur einen Löffel besitzen, die Stimme ist stets moderat zu halten und Ovomaltine darf nur vor dem zu Bett gehen getrunken werden.

Dieser Grundgedanke erinnert ein wenig an Aldous Huxleys "Brave New World", in der die Embryonen gesellschaftlichen Klassen und deren Verhaltensregeln zugeordnet werden. Abgesehen von diesem ähnlichen Grundgedanken hat Jasper Fforde jedoch eine komplett neue Welt erschaffen und nicht etwa einen anderen Roman kopiert.

Eddie Russett ist der Hauptcharakter. Er fügt sich den Regeln von Munsell zunächst widerstandslos, bis er aufgrund von einer Stuhlzählung in die Randzone entsandt wird. Dort verliebt er sich in Jane, eine Graue. Nach und nach gerät er völlig ungewollt in ein Abenteuer, das sein Weltbild erschüttert. Er beginnt die Regeln Munsells zu hinterfragen. Eddie Russett ist auf eine liebenswerte Art naiv. Es ist einfach einen Zugang zu ihm und den anderen Charakteren, wie beispielsweise die Graue Jane und dem Vater von Eddie, zu finden.

Oliver Rohrbeck haucht den Personen auf eine unnachahmbare Art einen Charakter ein. So liest er, immer angepasst an die Erfordernisse von Chromatopia, teilweise aufgesetzt, teilweise komisch, jedoch immer gekonnt und professionell.

„Grau“ ist gut erzählt, super gelesen und absolut empfehlenswert. Jedoch kann man es nicht nebenbei hören, da in Ffordes Welt ständig neue Informationen auf den Hörer warten. Trotz der 590 Minuten Länge ist es keinen Moment langweilig.

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