Mein Gott, Walther Hot

Nico Steckelberg   16. Januar 2016  
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Hörbuch

Untertitel
Das Leben ist oft Plan B
Autor(en) oder Hrsg.
Sprecher
Erscheinungsjahr
Format
CD
Anzahl Medien
6

Rückentext

Mike Krüger ist die Kultfigur im deutschen Fernsehen. In den 70ern vertonte er mit „Mein Gott, Walther“ das Lebensgefühl der Mittelschicht, in den 80ern erfand er mit Thomas Gottschalk die deutsche Kino-Komödie neu und zur Jahrtausendwende zog er mit „7 Tage, 7 Köpfe“ in jedes deutsche Wohnzimmer ein. Doch mühelos verlief sein Leben vor der Ausnahmekarriere keineswegs. Anlässlich seines 40. Bühnenjubiläums wirft er einen Blick zurück und erzählt, warum eine einsame Kindheit auch humorbildend sein kann und wie er aus Versehen zu einem der beliebtesten Entertainer der Republik wurde.

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
8,0
Atmosphäre 
 
8,0
Sprecher 
 
7,0
Aufmachung 
 
7,0
Gesamtwertung 
 
7,5

Ich bin in den 80ern in Westdeutschland groß geworden, und wer dieses Schicksal mit mir teilt, hat als Kind zwangsläufig Bekanntschaft mit diesem Herrn gemacht: Mike Krüger war neben Dieter Hallervorden und Otto Waalkes einer der führenden Humoristen in Deutschland, die es eben nicht nur auf Platte oder auf die Bühne gebracht haben, sondern eben auch ins Kino. „Die Supernasen“ waren einfach enorm erfolgreich. Trotz, oder vermutlich eher wegen ihrer vielen schönen flachen Witze. Nicht zu Unrecht galten Mike Krüger und Thomas Gottschalk als die deutschen Bud Spencer und Terence Hill.

Natürlich sind die Supernasen-Filme ein wichtiger Faktor im Leben von Mike Krüger gewesen, und in seiner Biografie „Mein Gott, Walther“ geht er mit vielen Anekdoten und Insider-Storys darauf ein. Aber es gibt noch jede Menge mehr über Krüger zu erfahren, und beim Erzählen geht Mike streng chronologisch vor. Das ist schon eine steile Karriere, die zwar hier und da mal durch ein paar Zufalle geprägt ist (wie schon der Untertitel mit Verweis auf „Plan B“ verrät). Doch man merkt schnell Mike Krügers unbändige Zielstrebigkeit und sein Selbstbewusstsein aus den Texten heraus.

Das führt an manchen Stellen dazu, dass Mike Krüger – auch durch die Art, wie er vorträgt: ab und zu etwas nordisch hochnäsig und bewusst überzeichnet überheblich – nicht immer die reine Sympathiebombe ist. Kuschelkurs ist was anderes, aber den hat ja auch keiner bestellt. Die Art seines Vortrags gefiel mir anfangs nicht ganz so gut, Mike wirkt auf der ersten CD noch etwas aufgesetzt. Das ändert sich dann aber schnell, er kommt in den Flow, und es macht nachher richtig Spaß, zuzuhören. Klar, ein etwas freierer Vortrag wäre schön gewesen, aber schließlich ist diese Biografie auch kein Bühnenprogramm.

Mir hat „Mein Gott, Walther“ sehr viele neue Facetten an Mike Krüger gezeigt und vor allem auch offenbart, wie verdammt erfolgreich der Kerl war. Ich hätte jetzt richtig Bock, mal wieder eine Fernsehshow mit ihm zu sehen.

Fazit: Wer sich nach „Herbstblond“ von Thomas Gottschalk nun gern seine persönliche Supernasen-Biografie-Sammlung vervollständigen möchte, wird an „Mein Gott, Walther“ nicht vorbeikommen. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt, beinahe so als hätte mir Mike die ganzen Storys bei einem Bierchen in der Kneipe erzählt.
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