Hide*out Hot

Nico Steckelberg   23. Mai 2012  
Hide*out

Hörbuch

Autor(en) oder Hrsg.
Erscheinungsjahr
Format
CD
Anzahl Medien
6

Rückentext

In einem Nordamerika der Zukunft wird der Mensch als Individuum nicht mehr akzeptiert. Jeder weiß, was der andere denkt, was er fühlt, was er sich am Sehnlichsten wünscht. Doch was passiert, wenn sich ein Einzelner gegen die drohende Gleichschaltung aller Gedanken stellt?

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
7,0
Atmosphäre 
 
8,0
Sprecher 
 
10,0
Aufmachung 
 
6,0
Gesamtwertung 
 
7,8

Hide*out ist der zweite Teil zu Andreas Eschbachs eigener All-Age-“Matrix”-Saga. Christopher, der Junge, der einer der besten Hacker der Welt ist, hat einen Computerchip im Kopf. Genauso wie viele andere Menschen, die gezwungenermaßen Teil der Kohärenz geworden sind: Einer Massenbewusstseinsform ähnlich den Borg (Star Trek). Doch sein Chip ist anders. Er ist defekt und lässt sich unter bestimmten Umständen von ihm kontrollieren. In Hide*out steht vor allem eines an: Flucht! Flucht vor den so genannten Upgradern, die Christopher und seine Freunde als Bedrohung ansehen und sie jagen. Und so versuchen die „freien Menschen“ so genannte weiße Flecken auf der Landkarte zu finden. Solche Flecken, in denen es kein Mobiltelefonnetz gibt. Denn nur so können die Upgrader miteinander in der Kohärenz funktionieren.

Es gibt bei Eschbachs Geschichte so viele Parallelen zu anderen Romanen und Filmen, dass es fast schon wie eine Kollage wirkt. Matrix und Star Trek hatte ich bereits genannt. Die Suche nach den weißen Flecken erinnert an John Christophers „Dreibeinige Monster“, in denen die einzigen Menschen ohne „Kappe“ (analog zu Eschbachs „Chip“) nach den „Weißen Bergen“ suchen, dem einzigen Ort, an dem die Gegner nicht existieren können. Diesmal kam für mich noch eine weitere filmische Erinnerung hinzu, auch wenn das vermutlich eher unbeabsichtigt war. Die Upgrader erinnern mich an die fahlen außerirdischen Roboter aus dem Bud Spencer-Film „Der Große mit seinem außerirdischen Kleinen“. Wissen Sie was ich meine?

Aber ich bleibe bei meiner Meinung, dass Eschbach es charmant löst, all diese bekannten Elemente zu einer eigenen Geschichte zusammenzustellen. Der Bezug zu modernen Kommunikationsmitteln wie beispielsweise die Maßnahme, weltweit eine Botschaft über ein YouTube-Video zu verbreiten, sind reizvoll. Insgesamt jedoch empfand ich den Spannungsfaktor beim ersten Teil um einiges höher. Was vermutlich daran liegt, dass neue Besen gut kehren und wir nunmehr die Charaktere und Umstände kennen. Und das einzig wirklich zentrale Handlungselement ist die Flucht. Und das ist über 6 CDs hinweg ein wenig eintönig.

Stefan Kaminski tut alles dafür, diese inhaltliche Gleichmäßigkeit durch seinen variablen Stimmeinsatz aufzufrischen. Das macht er gut. Für seine Verhältnisse zurückhaltend gibt er Eschbachs Figuren unterschiedliche Stimmen, die hervorragend voneinander zu unterscheiden sind und sogar bei den weiblichen Personen nicht seltsam klingen. Ganz toll!

Hide*out erscheint in Arena Verlag auf 6 CDs. Die Lesefassung ist gekürzt.

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