Professor Moriarty's Jukebox

Professor Moriarty's Jukebox Hot

Nico Steckelberg   21. September 2014  
Professor Moriarty's Jukebox

Musik

Interpret/Band
Label
Veröffentlichungs- Datum
10. Oktober 2014
Format
CD
Anzahl Medien
1

Hörspiegel-Meinung

Gesamtwertung 
 
8,0

Paul Roland ist eines der wenigen „Sammel-Phänomene“, die ich für mich entdeckt habe. Wahrscheinlich liegt es an der Schwierigkeit, die älteren Platten von Mr. „Male Kate Bush“ zu erhalten. Wer stellt sich nicht gern dem Alptraum eines jeden Sammlers? Den Einstieg in meine Sammelleidenschaft fand ich über Paul Rolands Waxworks-Doppel-CD. Einem Best-of-Werk, das auf der 2. CD eine Reihe bislang unveröffentlichter Radio Sessions enthielt. Ich gewöhnte mich damals so sehr an die Session-Versionen, dass ich mich erst nachher Step by Step an die Originale herantasten musste. Mein Einstieg in die erzählerische Welt des Paul Roland liegt inzwischen 17 Jahre zurück.

Nun schreiben wir das Jahr 2014 und Paul Roland veröffentlicht auf Sireena Records ein neues Album mit vielen Radio Session Recordings aus dem letzten Jahr. Das Gefühl stellt sich wieder ein: Die Stücke klingen alle mal mehr, mal weniger anders als die Originale, und es kommt dieser leicht „unsaubere“ Live-Touch hinein, der die Atmosphäre noch einmal zu steigern vermag. Die Bandbreite der gespielten Tracks reicht von den Anfängen bis zu den neuesten Alben Paul Rolands. Da ist für jeden etwas dabei. Man kann sagen, dass alle Stücke ein deutliches Rock-Outfit erhalten haben. Das neue Rock-Ensemble besteht neben Paul Roland am Gesang und diversen Gitarren und anderen Instrumenten aus Mick Crossley (Lead Gitarren), Veronique Rocka (Violine), Pauls Sohn Joshua am Bass und Patryk Korzybski an den Drums.
Ich finde bemerkenswert, wie gut es gelingt, Stücke wie beispielsweise „Captain Nemo“ oder „Alleistair Crowley“, die im Original besonders stark durch Keyboards, Synths oder Orgel geprägt sind, in ein klassisches Folk-Rock-Gewand mit viel Gitarre und Violine zu übersetzen.

Die zweite Hälfte der CD besteht aus unveröffentlichten Acoustic Sessions, Remixen, Re-Recordings, Versionen oder Raritäten wie beispielsweise dem „Sarabande“-Outtake „Death of a Clown“ oder dem Joy Division-Cover „Day of the Lords“.

Für Sammler eine richtig gute Zusammenstellung, ein Must-have. Für Einsteiger würde ich vielleicht doch eher die Original-Compilation „In Memoriam 1980-2010“ empfehlen, weil ich der Meinung bin, dass der Einstieg über die ursprünglichen Aufnahmen vielleicht der sanftere ist.

Bleibt noch zu erwähnen, dass das Cover von Chaz Kemp hervorragend zur Musik passt. Paul Roland himself in einer steampunkigen Bibliotheksatmosphäre. Wenn das mal nicht passt wie die Faust aufs Auge.

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