Die 12 Geschworenen Hot

Michael Brinkschulte   16. Juni 2015  
Die 12 Geschworenen

Rückentext

Hat ein 18-jähriger Einwanderer, der aus den Slums stammt, seinen Vater kaltblütig ermordet? Zwölf Geschworene müssen ein einstimmiges Urteil im Prozess finden. Zunächst scheint der Schuldspruch auf Grund zweier eindeutiger Zeugenaussagen so gut wie fix zu sein. Bei der ersten Abstimmung stimmen allerdings nur elf der zwölf Geschworenen für „schuldig“. Nummer 8, Architekt und Familienvater, hat seine Zweifel. Das löst Empörung bei einigen Mitgeschworenen aus, die möglichst schnell ein Urteil finden wollen, um den Prozess rasch zu beenden. Nach leidenschaftlich geführten Diskussionen schließen sich jedoch immer mehr Geschworene der Meinung des Quertreibers an, der die Tat nochmals Revue passieren lässt. Seine Darstellungen decken schließlich Lücken und Ungereimtheiten im Tathergang auf und lassen die Zeugenaussagen mehr als fraglich erscheinen ...

Reginald Roses zeitlos origineller Stoff wurde nach dem Klassiker von 1957 und der tollen deutschen Verfilmung von 1963 mit vorliegendem Film kongenial neuverfilmt. Die Pressestimmen waren sich einig, dass das Remake ins Schwarze trifft: „Kraftvolle, klasse besetzte Neuverfilmung“ schrieb TV Spielfilm, Cinema lobte: „Phänomenal gespielt“, und das Lexikon des internationalen Films meinte: „Hochkarätig besetzt, ein dichtes Erlebnis demokratischer Zivilcourage“. William Friedkins Film war in vielen Kategorien für zahlreiche Preise nominiert, zum Beispiel für den Golden Globe, den Emmy, oder den Screen Actors Guild Award. George C. Scott gewann 1998 sowohl den Golden Globe als auch den Emmy für seine Darstellung. Atemberaubend ist neben der Handlung auch die Besetzung: Neben George C. Scott sind weitere Topstars wie Jack Lemmon, Armin Mueller-Stahl und James Gandolfini (bekannt aus „Die Sopranos“) zu sehen!

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
10,0
Atmosphäre 
 
10,0
Darsteller 
 
10,0
Soundtrack 
 
7,0
Aufmachung/Extras 
 
5,0
Gesamtwertung 
 
8,4

Dieser Film setzt in rund 110 Minuten Spielzeit klare Akzente durch intensives Spiel der einzelnen Schauspieler. Hier treffen unterschiedlichste Charaktere aufeinander, deren Figur durch die hochkarätige Besetzung bestens verdeutlicht wird.
Der Fall des jungen Mannes, der seinen Vater umgebracht haben soll scheint glasklar und ein Schuldspruch unausweichlich. Doch nach einem Denkanstoß durch den nicht für ‚schuldig‘ stimmenden Geschworenen, wird der Blick auf Nuancen gerichtet, die auf den ersten Blick eigentlich nicht wichtig erschienen. Aber der Fall erweist sich plötzlich nicht mehr als so klar, wie zu Beginn und schon wendet sich das Blatt.

Die Intensität der Darstellung durch die hier agierenden Schauspieler macht diesen dramatischen Film zu einem besonderen Erlebnis. Der englische Titel des Films „12 Angry Men“ weist noch viel deutlicher auf die Situation hin, die sich nach und nach hochschaukelt und am Ende eine verblüffende und nachwirkende Wendung bereithält.

Ein Drama der Extraklasse, das hier in guter Bild und Tonqualität daher kommt, jedoch, abgesehen von Trailern, durch keinerlei Extras begleitet wird.

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