Der Gehilfe Hot

Michael Brinkschulte   15. April 2013  
Der Gehilfe

Rückentext

Morris Bober betreibt im New York der 1930er Jahre eine Lebensmittelhandlung, mit der er sich nur knapp über Wasser halten kann. Eines Tages wird sein Geschäft überfallen, die wenigen Einnahmen aus der Kasse entwendet und Morris dabei auch noch verletzt. Seine Frau Ida und Tochter Helen führen den Laden weiter, und die Zeit vergeht. Dann taucht ein junger Mann auf. Er nennt sich Frank Alpine und möchte als Gehilfe gute Dienste leisten. Sein Motiv: Wiedergutmachung, denn er war am Überfall beteiligt. Morris freut sich über dieses selbstlose Hilfsangebot und stellt den Mann ein. Es dauert nicht lange, bis Frank und Helen, die Tochter des Hauses, sich ineinander verlieben, was unweigerlich zu Konflikten führt …

Der Film über den Existenzkampf eines jüdischen Kleinhändlers und dessen ungewöhnlichen Gehilfen wurde bei der Erstausstrahlung mit positiver Kritik überhäuft. „Spitzenleistung“, „packende Charakterstudie“ und „überzeugend interpretiert“ titelte die Kritik damals. In der Tat besticht diese Produktion durch mehrere Faktoren, in erster Linie durch hochkarätige Besetzung der Titelrollen mit Marius Müller-Westernhagen als reuigem Italo-Amerikaner und Shmuel Rodensky (Die Akte Odessa) als verzweifelt ums Überleben kämpfendem Krämer. Hinzu kommen ein schonungslos inszenierter Blick in die (un)heile Welt eines Ghettos, die intensive Konzentration auf wenige Handlungsschauplätze, die originelle Bildgestaltung, das Spiel mit Farbe und Licht des Hollywood-Kameramanns Michael Ballhaus (Gangs of New York).

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
9,0
Atmosphäre 
 
8,0
Darsteller 
 
10,0
Soundtrack 
 
7,0
Aufmachung/Extras 
 
5,0
Gesamtwertung 
 
7,8

Ausstattung:

Der mit einer begrenzten Anzahl an Schauspielern mit intensiver Atmosphäre inszenierte Film kommt auf DVD mit 88 Minuten Spielzeit im Bildformat 4:3 daher. Der Ton ist Dolby 2.0 Mono und bietet einzig die deutsche Tonspur. Eine erweiterte Ausstattung wie Trailer etc. gibt es nicht, die Menügestaltung ist schlicht, bietet einzig die Möglichkeit einzelne Kapitel anzuwählen oder den Film zu starten.
Ein Booklet gibt es nicht.

Fazit:

Der auf dem Roman von Bernard Malamud basierende und nach einem Drehbuch von Gerd Angermann inszenierte Film besticht durch die Umsetzung in Wort und Bild. Die jüdische Sprache kommt zur Geltung, erreicht Authentizität. Die Handlung erscheint realistisch und in gewisser Weise dramaturgisch überzeichnet, wodurch die Intensität des Films zustande kommt.
Die Darsteller setzen die Rollen hervorragend um und bringen die Story gut zur Geltung.

Ein Film, der das Spannungsfeld zwischen Religionen ebenso aufgreift, wie die bedrückende Situation, in der kleine jüdische Händler im Amerika der 1930er Jahre steckten. Gekoppelt an die Figur des reuigen Räubers gespielt vom Marius Müller-Westernhagen, wird ein tiefgründiges Thema eingebunden.

Hervorragende Schauspielkunst und Dramaturgie treffen bei dieser DVD Präsentation auf ein leider klägliches Gewand.

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