Das ausschweifende Leben des Marquis de Sade

Das ausschweifende Leben des Marquis de Sade Hot

Ecke Buck   14. September 2015  
Das ausschweifende Leben des Marquis de Sade

Rückentext

Bonusmaterial: Booklet mit vielen Bildern und Infos (Nachdruck Filmprogramm)

Marquios Louis de Sade (Keir Dullea) ist aus einer Irrenanstalt entflohen. In seinem Schloss angekommen, erinnert er sich an sein Leben. Dabei wird ihm klar, warum er sich seit seiner Jugend allen Konventionen widersetzt. Seine Eltern hatten für ihn die Ehe mit der hässlichen Renée (Anna Massey) arrangiert, die er der Form halber heiratete. De Sade hat vom ersten Tag seiner Ehe an viele Affären, frönt dem Alkohol und feiert Nächte lang durch. Bei seinen ungezählten Orgien lebt der Marquis seine sadistische Ader aus. Diese hat in ihm sein Onkel (John Huston) angelegt, ein Geistlicher, der ein Mädchen beauftragt hatte, den jungen Louis regelmäßig auszupeitschen …

Kultproduzent Artur Brauner versammelte in dieser pompösen und exklusiv ausgestatteten Verfilmung des Lebens des berühmten Franzosen ein unglaubliches Staraufgebot vor und hinter der Kamera. Keir Dullea, der gerade einen Riesenerfolg mit „2001 – Odyssee im Weltraum“ gefeiert hatte, gibt einen erstklassigen Titelhelden („eindrucksvoll gespielt in der Titelrolle“ (Lexikon des Internationalen Films)). Neben ihm agieren Weltstars wie Lilli Palmer und John Huston und deutsche Schauspielprominenz von Senta Berger über Sonja Ziemann und Christiane Krüger bis zu Friedrich Schoenfelder. Für die temporeiche Regie sorgten mit Cyril Endfield, Gruselspezialist Gordon Hessler und Kulthorrorfilmer Roger Corman gleich drei Regisseure. Ein buntes Spektakel, das in keiner DVD-Sammlung fehlen darf!

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
7,0
Atmosphäre 
 
8,0
Darsteller 
 
8,0
Soundtrack 
 
7,0
Aufmachung/Extras 
 
7,0
Gesamtwertung 
 
7,4

Der Film um das Leben des Marquis de Sade aus dem Jahr 1969, der von den drei Produzenten Artur Brauner, Samuel Z. Arkoff und James H. Nicholson als deutsch-amerikanische Produktion erstellt wurde, hat eine Spielzeit von 102 Minuten. Diese stellen im Fall der deutschsprachigen Filmfassung eine erweiterte Fassung dar, die mit vielen englischen Sequenzen aufwartet, die mit zuschaltbaren Untertiteln versehen sind. Dass die Untertitel verfügbar sind, stellt sich jedoch nur durch Ausprobieren heraus, da diese weder im DVD-Menü, noch auf dem Cover verzeichnet sind.

Die erste Überraschung überrascht den Zuschauer, wenn der Filmtitel zu Beginn als ‚Die Liebesabenteuer des Marquis de Sade‘ eingeblendet wird. Dieser Titel scheint denn auch für die ursprünglich in deutscher Sprache synchronisierten Passagen zu passen, rechnet man die vielen Originalsequenzen ab, die weitgehend Handlungselemente beinhalten, die eine Betrachtung des Lebens und somit eine kritische Herangehensweise beinhalten.

Durch die nun vorliegende ergänzte Fassung, bekommt die inhaltliche Ausrichtung des Films einen gänzlich anderen Charakter, bietet mehr Dramatik.
Die im Rückentext schon angedeutete Umsetzung mit mehreren Regisseuren, manifestiert sich dann auch in unterschiedlichen Sequenzen des Films, die sowohl in der Bildführung, der Farbgestaltung, als auch in der Dynamik deutlich wird. Zwischen psychedelischen Passagen, orgiastischen Exzessen und der Umschreibung von Lebensabschnitten des Marquis bewegt sich das Spektrum. Dabei wird zum Teil die Inszenierung als Theaterstück gewählt, das Retrospektiven ermöglicht.
Die Schauspieler, allen voran Keir Dullea, der den Marquis de Sade in unterschiedlichen Lebensaltern verkörpert, zeigen intensives Spiel, das durch die imposante Ausstattung durch Requisiten, Drehorte etc. unterstützt wird.

Durch die Mischung von deutscher und englischer Original-Tonspur ergeben sich Ton-Schwankungen im Gesamtablauf, was jedoch zu verschmerzen ist.

Ein zu seiner Zeit sicherlich skandalöser Film, der das Leben des Marquis de Sade in Teilen nachzeichnet und stellenweise auch andeutet, was dazu führte, dass der Begriff ‚Sadismus‘ auf ihn zurückgeführt wird. Eine Auseinandersetzung mit den von de Sade verfassten Büchern bleibt hier jedoch vollständig außen vor, wird dessen schriftstellerisches Treiben doch im Film nicht einmal erwähnt.

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